„Ich fühlte mich wieder in eine enge Kooperation mit der CSU gedrängt.“ Marina Freudenstein (SPD)

Überraschung im Stadtrat

Spitzenvertreterin der Olchinger SPD schmeißt hin - und wechselt zu den Grünen

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Damit hätte niemand gerechnet: Marina Freudenstein, das „Gesicht“ der Olchinger SPD-Fraktion, will nicht mehr. Sie wechselt zu den Grünen - und das hat große Folgen. 

Olching – Noch bevor sich der Olchinger Stadtrat konstituiert hat, lieferten die Grünen die überraschendste Nachricht. Die Fraktion gab bekannt, dass sie ein neues Mitglied hat: Marina Freudenstein – eigentlich Spitzenvertreterin der SPD.

Freudenstein führte hinter Bürgermeister Andreas Magg die Liste der Sozialdemokraten bei der Kommunalwahl an. Sie war 26 Jahre lang bei der SPD, seit 2008 im Stadtrat und zuletzt Fraktionsvorsitzende sowie Finanzreferentin. Diese Ämter hätte sie wieder bekleiden sollen.

Aber laut Freudenstein gab es einen „gravierenden Anlass“, weshalb sie sich zum Fraktionswechsel entschlossen hat. „Ich wollte nicht mehr.“ Sie trat aus der SPD aus – und den Grünen bei. Der Grund sei die politische Strategie einer informellen „GroKo“, die sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet habe. „Ich fühlte mich wieder in eine enge Kooperation mit der CSU gedrängt.“ Natürlich müsse der Bürgermeister seine Mehrheiten suchen. „Er hat es auch immer geschafft, gute Kompromisse zu schmieden“, räumt Freudenstein ein. „Aber ich habe keine Lust mehr, die Zähne im Stadtrat zusammenzubeißen.“

Sie hätte sowieso neben einer roten schon immer eine grüne Ader gehabt. Inhaltlich würde man in vielen Fragen übereinstimmen – deshalb lag der Wechsel zur Öko-Partei auf der Hand. Und der Anfang einer neuen Stadtratsperiode eigne sich dafür am besten. Sie würde trotzdem für das eintreten, wofür sie gewählt wurde.

SPD-Bürgermeister sieht den Wechsel kritisch - Fraktion bedauert ihn

Bürgermeister Magg bewertet das anders. „Ich sehe das Vertrauen der Wähler nachhaltig beschädigt.“ Durch Freudensteins Wechsel werden die Grünen zur zweitstärksten Kraft – statt der SPD. „Es wird außerdem nicht nur eine Person gewählt, sondern auch das Programm, für das sie steht.“ Die Argumente seien für ihn nicht nachvollziehbar. Bislang sei nur über personelle Besetzung gesprochen worden, nicht über Inhalte. Die SPD-Fraktion bedauert zudem, mit Freudenstein „das Gesicht der SPD“ zu verlieren.

Ein Wechsel steht im Übrigen auch im SPD-Ortsverband an: Vorsitzender und Stadtratskandidat Ulrich Steck hat sein Amt nach der Wahl niedergelegt. Ein Mandat hatte er aber nicht erhalten.  

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