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Deutliche Erhöhung

Stadt streitet mit Kirche über Pacht für Sportgelände

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Die Stadt liegt gerade mit der Kirche im Clinch. Es geht um eine Pachterhöhung, die nach der Meinung einiger Stadtratsmitglieder völlig daneben ist. „So sollten wir nicht mit uns umspringen lassen“, sagte Marina Freudenstein von der SPD-Fraktion bei der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses.

Olching –  Die Angelegenheit ist komplex. Der SV Esting will als größter Sportverein Olchings sein Sportgelände sanieren und erweitern. Keine Kür, sondern Pflicht: „Nur so ist der Verein weiter handlungsfähig“, erklärte Jürgen Koller, Geschäftsführer der Stadt, auf Tagblatt-Nachfrage. Etwa 30 Prozent der Kosten würde der Landessportverband übernehmen. Die Bedingung: Der SV Esting muss ein 25-jähriges, unkündbares Nutzungsrecht für die Fläche vorweisen. Und hier kommt die Kirche ins Spiel, die das Grundstück an die Stadt verpachtet hat. Der Vertrag eines Teils der benötigten Fläche läuft nur noch 16 Jahre. Als die Stadt nun um eine Verlängerung gebeten habe, habe die Kirche eine deutliche Erhöhung der Pacht eingefordert.

„Um die 30 Prozent sind es“, so Jürgen Koller. Absolut mache das zwar nur eine Kostenmehrung von 5500 Euro im Jahr aus, aber prozentual sei das schon der Hammer. Ähnliche Meinungen gab es im Hauptausschuss: „Ich finde es unanständig, einen laufenden Vertrag derart neu aufzulegen“, erklärte Ingrid Jaschke von den Grünen. Auch die CSU-Fraktion äußerte harsche Kritik an der Finanzkammer, da es immerhin um einen Verein gehe, der dem Allgemeinwohl diene.

Die Verhandlungen mit der Erzdiözese laufen laut Stadt über den katholischen Pfarrer Josef Steindlmüller. Auf Tagblatt-Anfrage erklärte Bettina Göbner, Sprecherin der Erzdiözese, dass es sich um ein Standardverfahren handle. „Wir haben sehr oft solche Fälle“, sagt sie. Wenn ein – oftmals vor Jahren abgeschlossener – Vertrag wieder angefasst werde, werden auch die Bedingungen überprüft. Die Grundstücke gehören kirchlichen Stiftungen. Laut Stiftungsrecht müsste die Pacht an die marktüblichen Beträge angepasst werden. „Wir versuchen trotzdem immer einen Mittelwert zu finden“, so Göbner. Das Geld kommt seelsorgerischen Zwecke zugute. Man sei daran interessiert, eine für alle verträgliche Lösung mit der Stadt Olching zu finden.

Geschäftsführer Jürgen Koller findet dazu deutliche Worte: „Wenn man hart verhandeln will, dann sollte man mit der katholischen Kirche verhandeln.“ 

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