Falk-Wilhelm Schulz kündigte für Herbsteine Infoveranstaltung an.

In Olching

Stadtwerke übernehmen Gas und Strom

Bürgermeister Andreas Magg bezeichnet als eine historische Entscheidung: Die Stadtwerke Olching übernehmen mehrheitlich die Strom- und Ergasnetze in der Stadt.

Olching – Unterschrieben sind die Verträge zwar noch nicht, aber sie sind verhandelt. Auch der Stadtrat hat der Übernahme bereits zugestimmt. Bereits seit den 1990er-Jahren bemüht sich Olching, die Strom- und letztlich auch die Gasversorgung zu kommunalisieren. Damals gab es Überlegungen, mit Puchheim, Gröbenzell und Eichenau eine Gesellschaft ins Leben zu rufen. Doch Olching entschied sich für einen anderen Weg und beteiligte sich nicht an der Gründung der KommEnergie. Stattdessen wurden etliche Jahre später die Stadtwerke Olching gegründet. Die Stadt ist daran mit 51 Prozent beteiligt.

Doch die Übernahme des Stromnetzes gestaltete sich schwierig. Letztlich scheiterten die Stadtwerke damit 2014 vor dem Bundesgerichtshof. Als Folge unklarer Bundesrechtsprechung, wie Magg sagt. Zwar wurde die Rechtsprechung in den darauffolgenden Jahren geändert, jedoch „am Ende wieder verwaschen“ so Magg.

Das Ziel, das Strom- und Erdgasnetz zu übernehmen, wurde trotzdem weiterverfolgt. Die Lösung waren Beteiligungsgesellschaften. Verhandlungen mit den Eigentümern führten letztendlich zum Erfolg. Das Stromnetz gehört bislang noch dem Bayernwerk. Die Stadtwerke München sind östlich der Amper für die Erdgasversorgung zuständig, ihre Tocher, die Energie Südbayern (ESB), westlich vom Fluss. „Es waren harte Verhandlungen“, sagte Magg. „Grundsätzlich gibt kein Netzbetreiber nur ein Prozent ab.“

Ab 1. Januar 2018 sind die Stadtwerke Olching nun Mehrheitseigner an den neuen Strom- und Erdgasgesellschaften. Die bisherigen Eigentümer werden Minderbeteiligungspartner. Der Anteil der Stadtwerke Olching wird 51 Prozent betragen und kann sich in den kommenden zehn Jahren auf 74,9 Prozent erhöhen. Sechs Millionen Euro müssen dafür insgesamt bezahlt werden, 2,5 Millionen für das Strom- und 3,5 Millionen für das Erdgasnetz. Die Stadtwerke Olching werden das über Kredite finanzieren.

In einer Übergangsphase, unter anderem zur Entflechtung der Netze, werden diese an Bayernwerk beziehungsweise ESB zurückverpachtet. Beim Stromnetz wird dies drei, beim Gasnetz sieben Jahre andauern.

Die Kommunalisierung der Netze bietet nicht nur die Chance, dass Gewinne und Steuern in der Region bleiben und Entscheidungen vor Ort getroffen werden können, sondern dass auch das im Ilzweg ansässige Umspannwerk aus der Stadt heraus verlegt werden kann. Als neuer Standort ist der Ortsrand angedacht, so Stadtwerke-Geschäftsführer Falk-Wilhelm Schulz. Möglicherweise an einer überregionalen Straße oder Bahntrasse. „Wo Anlieger nicht betroffen sind“, sagte Magg.

Den Kunden versprach der Bürgermeister: „Beim Preis ändert sich nichts, möglicherweise geht er sogar nach unten.“ Sein großer Wunsch ist nun, dass mehr Olchinger auch Kunden der Stadtwerke werden. Für den Herbst kündigte Schulz eine Infoveranstaltung der Stadtwerke zur Neugründung der Strom- und Gasnetzgesellschaften an. (sus)

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