Mann sticht mehrmals auf Münchner (17) ein - Er schwebt in akuter Lebensgefahr - der Grund macht sprachlos

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Geschenke und Liebkosungen für den Landrat: Marga (Ingrid Klameth) von den Ratschkattln konnte Thomas Karmasin endlich einmal ganz aus der Nähe anschmachten. Der nahm es mit sehr viel Humor hin. 

Die besten Sprüche

Olchinger Starkbierfest: Darum war der Landrat völlig aus dem Häuschen

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Beim Derblecken stellen sich Bürgermeister und Stadträte auf das Schlimmste ein. Und das völlig zu Recht. Beim Olchinger Starkbierfest machte Landrat Thomas Karmasin nun aber eine ganz andere Erfahrung. 

Olching – Wahre Kenner des Starkbierfestes der Kolpingsfamilie hatten schon so eine Ahnung, dass es gleich zu einer ganz besonderen Begegnung kommen würde. Seit langer Zeit war nämlich CSU-Landrat Thomas Karmasin wieder zu Gast beim Derblecken in der festlich geschmückten Turnhalle der Amperschule. Er ist das umschwärmte Objekt der Begierde von Marga, eine der beiden legendären Ratschkattln (Ingrid Klameth und Petra Huber). Das Rentnerinnen-Duo lästerte nach einer Pause im vergangenen Jahr heuer auf der Bühne wieder über Gott und die (Olchinger) Welt. Bisher liefen die Anschmachtungen ins Leere – jetzt bekam „der Herr Karmasin“ die ganze aufgestaute Liebe in einem Schwung ab.

Nahm es mit Humor: Olchings Bürgermeister Andreas Magg bekam einiges ab. 

Marga hielt am Bühnenrand Karmasins Hand und überhäufte ihn mit Geschenken aus ihrer Alte-Damen-Handtasche. „Ich hoff so, Sie kandidieren nächstes Johr nochmoi ois Landrat“, sagte sie zu ihm. Sollte Karmasin aber andere Pläne haben (was er nicht hat), dann könnte man ja auch mal was zusammen machen, fügte sie noch breit grinsend an. Und: „Außerdem miasst’n mia unseren Maggi dann ins Rennen schicka, ja dass aus dem aa moi was G’scheits wird.“

Es war eine von vielen starken Szenen beim 39. Starkbierfest, die das Publikum zum Grölen brachte. Die Halle war wieder bis auf den letzten Platz gefüllt, 824 Karten wurden laut Kolpingsvorsitzendem Maximilian Gigl verkauft, 100 davon öffentlich: „Und auch die waren sofort weg“, berichtete Gigl, der an diesem Abend auch noch eine besondere Rolle einnehmen würde. Die Stadträte und allen voran Bürgermeister Andreas Magg (SPD) bekamen wie auch die Polit-Prominenz aus Landtag (Benjamin Miskowitsch, CSU) und Bundestag (Michael Schrodi, SPD) in über zweieinhalb Stunden ihr Fett weg. Es war ein Potpourri aus lokalpolitischen Themen (siehe unten).

Geisterten herum: Die Alt-Bürgermeister Drey (Charly Frey), Krug (Florian Schalk) und März (Eugen Sollinger).

Beim ersten großen Singspielblock schwebte der Geist der Vergangenheit über der Starkbierarena – und er war nicht zufrieden. Seine Stimme gab er den drei Alt-Bürgermeistern Krug, März und Drey. die als Geister um den „greisligen Gedenkstein“ zur 40-jährigen Zusammenlegung von Esting, Geiselbullach und Olching spukten. Man ahnt es: Begeisterung sieht anders aus.

Michael Schwimmbeck, Double von Bürgermeister Magg.

Da schimpft der Estinger März: „Waar gscheiter, de Estinger nähmen sich a Beispiel an de Engländer: anstatt Brexit – Exit.“ De Olchinger würden doch nix auf die Reihe bringen: „Mit eanara Umgehungsstraßn zipfen’s jetzt scho seit 30 Jahr umanand.“ Im Schwaigfeld, da schaut es aus wie bei die Gratler, und der Sicherheitsdienst speist lieber am Olchinger See als zu patrouillieren. Alt-Bürgermeister Krug will das nicht auf sich sitzen lassen: Eine Polizeistation sei immerhin gegenüber dem Autohaus Rauscher in Planung. Möglicherweise erfülle sich dort der sehnlichste Wunsch des „Gschaftlkommandanten“ Josef Gigl: alle vier Feuerwehren an einem Ort vereint. „Kommt ja überhaupt nicht in Frage“, brüllen die anderen entsetzt. Die Feuerwehr war ein brisantes Thema.

Wie auch die Bürgermeisterkandidatur. Die beiden bisher feststehenden Kontrahenten Magg und Maximilian Gigl (CSU) wurden bei der „Olching Show“ (eine Anlehnung an die „Heute Show“ im ZDF) aufs Korn genommen. Magg-Double Michael Schwimmbeck ertrank mit arrogantestem Gesichtsausdruck in gespielter Selbstverliebtheit: „Hier ist die Lichtgestalt Olchings.“ Es folgten Sätze wie: „Ich bin Vollblutpolitiker. Informationen verlangsamen nur meine Entscheidungen.“ Oder: „Selbst meine eigene Partei kann mir oft gar nicht mehr folgen. Aber gut, das sind auch SPDler.“ Mit der Hand formte er Herzen für das Publikum, während ein Liebeslied auf sich und seine Wähler erklang. Der echte Magg nahm es gelassen, sang den Refrain mit und wippte mit dem Kopf.

Premiere hatte in der Wahlkampfarena Maxi Bauer als Gigl-Junior-Double. Auf die Frage, weshalb er antrete, sagte er: „Erstens will in der CSU ohne hin niemand auf den Listenplatz 1, außer der Hörli vielleicht. Zweitens bekleide ich in Olching bereits so viele Ämter, dass man an mir praktisch nicht vorbeikommt.“ Und der Bauer? „Der hält sich für das Bürgermeisteramt überqualifiziert.“

Die Besucher waren begeistert und applaudierten bis die letzte Hymne erklang. Auch Helga Schmidhofer, ein Gast der ersten Stunde beim Kolping-Derblecken, lobte: „Sehr gelungen.“

Starkbierfest 2019: Die besten Sprüche beim Derblecken 2019

Zu den Plänen für die Paulusgrube: Die Deutsche Bahn zu beraten, ist, wie mit einer Taube Schach zu spielen. Es ist egal, welche Konzepte Sie vorschlagen oder welche strategischen Züge Sie sich überlegen. Am Ende wird die Taube einfach alle Figuren umschmeißen und auf das Schachbrett kacken.

Zu dem Gedenkstein zu 40 Jahren Gebietsreform und der Suche nach Olchings Mitte à la Archimedes: Es gibt gar keinen Archimedes in Olching. Wir haben überhaupt keinen Griechen. Ja früher hat es mal einen gegeben – aber das war der Aleco.

Zu den „Saubären“ im Schwaiganger: Im Teich die vielen kleinen Fische haben ihre Qual, müssen weichen ständig einem urinierten Strahl.

Zur FFB-Schau: Des is doch bloß a verkapptes Volksfest, bei dem Fressen und Saufen im Vordergrund steht und sich de Rentner an de Ständ an rechten Bauch anfressen.

Zur Fernwärme: Seitdem die Stadt Olching meine Wohnung auf Fernwärme umg’stellt hot, lafft der Heizungszähler grod so schnell wie eine Kreissäge. Glei stell ich mia an Holzofa in mei Wohnung. Und eure Fernwärme könnt’s dann literweise in der Thermosflasche per Amazon verkaffa.

Zu den erhöhten Nebenkosten in städtischen Wohnungen: Do sitzen im Wohnungsamt koane einarmigen Banditen, sondern zwoarmige Armleuchter.

Zum „CSU-Robin Hood“ der Mieter: So im Abstand von einem halben Jahr braucht der Bauer solche Tumulte. Früher war er oft bei Wehrübungen, aber jetzt ist er im Ruhestand und verlegt seine Schlachtfelder in den Stadtrat. Im letzten Jahr hat er die Finanzplanung vom Projekt Wohngut rasiert. Das hat den Blutdruck vom Münch Fredi in alpine Höhen nauftrieb’n.

Zu den Stadtwerken als Stromversorger: Sie wissen doch, dass wir ein Provinz-Strömling sind und von den Großen lernen. Wir befinden uns gerade in der siebenjährigen Ausbildungsphase.

Zum Hundekot überall: Meistens san des Frauen mit einem besonderen Problem. Woaßt scho, dene ihr Oida lasst sie nicht mehr rumkommandieren. Und dann braucht ma hoit an Hund.

Zum neuen ÖPNV-Netz: Gleichzeitig san dann in Olching so um die zehn Busse unterwegs, die meistens leer san.

Zu den Anwohner-Beschwerden über neue Buslinien: Des san genau diejenigen, die mit ihren geschrumpften Panzern, also SUVs, ihre Schrazen von der Schui und vom Kindergarten obhoin. Ja, des san die gleichen, die beim Schulamt oruaffa, das man doch schulfrei geben soll, weil Schnee gefallen ist und eahnare Bammserl a bissl nass werden.

Starkbierfest Kolpingsfamilie 2019: Der Vollpfosten-Award ging an den Bauhof

Der Vollpfosten-Award ging heuer an den Bauhof. Ein Mitarbeiter hat den Lastwagen des Bauhofes mitsamt Ladekran an die Estinger Unterführung „geschraubt“, so hieß es in der Laudatio. Es entstand Totalschaden. Darsteller Stephan Schwimmbeck nahm die Auszeichnung in orangenem Arbeitsgewand entgegen und dankte in einer kurzen Rede – unter anderem seinen Eltern.

Lesen Sie auch: Zu viel Starkbier - Olchinger pöbelt

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