Die Aussegnungshalle am Alten Friedhof: Die Fassade wurde generalüberholt.
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Die Aussegnungshalle am Alten Friedhof: Die Fassade wurde generalüberholt.

Stadtrat beschließt Erhöhung

Trotz Protest der CSU: Friedhofsgebühren steigen kräftig

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Jetzt steht es fest: Die Gebühren für Gräber und Urnen auf Olchings Friedhöfen werden deutlich teurer. Das hat der Stadtrat beschlossen (16:10 Stimmen).

Olching – Bereits in den Vorberatungen hatte sich das Ergebnis abgezeichnet. Erheblichen Protest gab es von der CSU-Fraktion. Die Hauptgründe: mangelnde Pflege der Flächen und falsche Umlage der Investitionen.

Maria Hartl erklärte die Vorgeschichte („Weil einige Stadträte ja neu im Gremium sind.“). Bereits 2009 habe der Stadtentwicklungsausschuss die Umgestaltung und bessere Pflege des Alten Friedhofs angestoßen. Trotz kontinuierlicher Bemühungen der CSU habe sich der Pflege-Zustand der Friedhöfe aber nicht verbessert.

Sie merkte zudem an, dass sich um etwa 40 Prozent der Grabflächen sowieso die Angehörigen selbst kümmern würden (was der ersten von drei Pflegeaufwandsstufen entspricht). Was mache also der Bauhof? Hartl forderte eine Auflistung der Arbeitsstunden. Darum wird sich die Verwaltung kümmern.

Hartl weiter: Wenn nun noch 300 000 Euro für die Umgestaltung und ein Kunstprojekt mit in die Kostenkalkulation einfließen, sei dies für die Olchinger nicht mehr nachvollziehbar. „Die Bürger sind sauer. Was für den einen nur 120 Euro mehr sind, sind für den anderen eine Woche lang davon leben.“

Die CSU nennt Zahlen: Für ein Einzelerdgrab sollen künftig 1670 Euro bezahlt werden (vorher 933 Euro). Familien-Erdgräber steigen um 534 Euro auf 2400 Euro. Eine Urnennische für zwei Urnen soll 1440 Euro kosten (vorher 852 Euro). Ein Erdurnengrab für vier Urnen soll um 1757 Euro teurer werden und künftig mit 2610 Euro zu Buche schlagen. Josef Neumaier bilanzierte: „Wir sind im Landkreis mit Sicherheit die teuersten.“

Dass die Stadt alle Investitionen in die Friedhöfe allein auf die Gebühren umlege, sei schief, monierte CSU-Fraktionsvorsitzender Tomas Bauer. „Einen Parkfriedhof zu gestalten bedeutet nicht, dass Begräbnisse schöner werden, sondern dass alle Bürger einen schöneren Park haben.“ Dafür gab es Applaus von den anwesenden Bürgern.

Bürgermeister Andreas Magg (SPD) wehrte sich gegen die „publikumswirksamen Darstellungen“. Parkflächen und Wege seien weitestgehend aus der Kalkulation herausgenommen worden. Auch das Denkmal Raadts fließe nach der Kritik im Hauptausschuss nicht mehr mit ein.

Magg betonte, dass die Gebühren seit sieben Jahren nicht gestiegen seien, man drei Friedhöfe habe und nicht nur einen und außerdem in den vergangenen Jahren viel investiert habe. Mit den neuen Gebühren koste ein Familiengrab lediglich 16 Euro im Monat. „Für die Mehrheit ist das leistbar.“ Er gab außerdem zu bedenken, dass vier Mitarbeiter bezahlt werden müssen. Weiteres Argument: der Haushalt. Dieser sei aufgrund der Verschuldung genehmigungspflichtig. „Als Erstes wird überprüft, ob wir alle realisierbaren Einnahmen auch ausschöpfen.“

Die anderen Fraktionen stimmten der neuen Kalkulation zu. Diese gilt bis 2024. Ingrid Jaschke (Grüne) sagte in Richtung CSU: „Die Kritik an der Pflege ist an den Haaren herbeigezogen.“ Der Schritt sei „berechtigt und notwendig.“

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