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Olching

Umgehung: Start der Rodung unter lautem Protest

Die Südwestumgehung spaltet die Olchinger in Gegner und Befürworter. Einen Weg zurück aber gibt es nicht mehr. Am Dienstag hat das Straßenbauamt mit ersten Rodungen begonnen – unter dem lautstarken Protest der Gegner des Millionenprojekts.

Auch die Befürworter hatten ein Plakat.

Olching – Sie wollten ihrem Ärger noch einmal Luft machen. Mit Plakaten und Buh-Rufen – in erster Linie gegen Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet – protestierten die Gegner der Südwestumgehung am Dienstag gegen das Projekt. „Neue Hochwassergefahren“, „Nein zur Zerstörung ökologischer Anbauflächen“, „völlig abwegig“: Aus ihrer Ablehnung für die Umfahrung machten die rund 50 Gegner keinen Hehl. Daran konnte auch Stefan Meier vom Staatlichen Bauamt in Freising nichts ändern. Immer wieder wurde der Ingenieur, der das Projekt im Rahmen eines Ortstermins noch einmal vorstellte, von wütenden Zwischenrufen unterbrochen. Von den Befürwortern, die ein mehrere Quadratmeter großes CSU-Plakat hochhielten, ernteten sie nur Kopfschütteln.

Dabei gab sich Meier sichtlich Mühe, den Nutzen des mehr als 4,5 Millionen Euro teuren Projekts in den Vordergrund zu stellen. Laut eines Gutachtens werde die Fürstenfeldbrucker Straße am Ortseingang um 30 Prozent, am Roßhaupter Platz um 22 Prozent entlastet. Für die Roggensteiner Straße sei eine Entlastung um bis zu 3900 Fahrzeuge am Tag zu erwarten. „Der Kreisverkehr Roßhaupter Platz, an dem sich die Staatsstraßen 2345 und 2069 kreuzen, ist bereits heute an der Grenze der Leistungsfähigkeit“, so Meier. Auch die Angst vor Hochwasser versuchte Meier zu zerstreuen. Hydraulische Berechnungen sollen sicherstellen, dass die Straße das Abfließen des Wassers von Amper und Starzelbach nicht behindert. Und auch das leidige Thema Grunderwerb sei bald abgeschlossen. Der Ingenieur rechnet damit, Anfang 2018 die letzten benötigten Flächen erworben zu haben.

Auf dieser Trasse entsteht die Umgehung.

Gert Schlenker konnte er damit erwartungsgemäß nicht überzeugen. „Das Ganze ist eine schreckliche Fehlplanung“, sagte der Vorsitzende der Bürgerinitiative Ortsentwicklung Olching, die seit langem gegen das Projekt kämpft. Stadträtin Ingrid Jaschke (Grüne), die sich zusammen mit den Freien Wählern gegen die Umgehung engagiert, wittert hinter den Rodungsarbeiten, dass unverrückbare Tatsachen geschaffen werden sollen. „Wir sind nicht bereit, diese sinnlose Naturzerstörung klaglos hinzunehmen“, so Jaschke.

Das werden die Grünen aber wohl müssen. Darauf machte Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet – abermals unter Buh-Rufen – aufmerksam. Der CSU-Politiker, der das Projekt seit langem unterstützt, bezeichnete den Bau als demokratisch legitimiert. „Dass es darüber zu einem Konflikt kommt, ist in einer Demokratie aber auch normal.“

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