+
Die Lösung: Die Einsatzkräfte schaufelten Streusalz in den Container und stoppten damit die chemische Reaktion.

Besonderer Einsatz für die Feuerwehr

Unlöschbares Feuer am Olchinger Campingplatz 

  • schließen

Olching – Gegen 15 Uhr am Montag wurde die Feuerwehr Geiselbullach zum Campingplatz Sägmühle an der A 8 gerufen. Containerbrand. Doch was sich nach einer Routine-Löschaktion anhörte, entpuppte sich als kniffliger Einsatz.

Denn die dicken Rauchwolken, die aus dem Container krochen, entstammten keinem normalen Feuer.

„Mehrere Camper hatten zunächst versucht, das Ganze mit ihren Gartenschläuchen zu löschen“, erzählt Geiselbullachs Kommandant Dennis Reiter. Doch die gutgemeinten Bemühungen hatten nicht dazu geführt, dass der Container-Inhalt – hauptsächlich Bauschutt – aufhörte, zu qualmen. Im Gegenteil. Die Rauchentwicklung war noch heftiger geworden.

Der Grund: In dem Brandherd befand sich eine größere Menge Rodentizid – ein Giftstoff, der in die Erde eingebracht wird, um Wühlmäuse oder andere unerwünschte Nager, die den Garten umgraben, zu vergasen. Denn das Granulat, das es im Internet oder im Gartenfachhandel zu kaufen gibt, verwandelt sich im feuchten Milieu langam zu einem Giftgas.

Der Qualm breitete sich im Umfeld aus (rechts), Teile des Campingplatzes mussten evakuiert werden.

„Die Löschaktionen mit Wasser haben die chemische Reaktion also beschleunigt“, erklärt Reiter. Wegen des dicken Rauchs mussten Teile des Campingplatzes und ein nahegelegenes Firmengebäude evakuiert werden. „Acht Menschen mussten von den Rettern behandelt werden, es wurde aber niemand verletzt.“

Schließlich bekamen die Einsatzkräfte den Qualm in den Griff. Denn glücklicherweise war Reiters Vorgänger Tim Pelzl beim Einsatz dabei. „Er ist Biologe. Er konnte das Gift schnell zuordnen und wusste, was zu tun ist.“ Mit Hilfe des Bauhofs schafften die Einsatzkräfte große Mengen Streusalz zum Platz. Salz zieht Feuchtigkeit. Also schaufelten die Männer den Container damit zu und stoppten somit die Reaktion. Der Container-Inhalt wird nun ordnungsgemäß entsorgt.

Schwieriger Einsatz: Die Feuerwehrler mussten mit Atemschutz vorgehen, weil die Rauchentwicklung enorm war und die Gase auch gesundheitsgefährdend sind.

„Wir gehen davon aus, dass jemand mehrere Dosen von dem Gift in den Container geworfen hat“, sagt Reiter. „Ohne bösen Willen. Wahrscheinlich wollte er sie einfach wegschmeißen.“ Das glaubt auch Familie Huttner vom Campingplatz. Wer es war, wissen die Betreiber nicht. „Der wird sich auch sicher nicht melden.“ Warum das Granulat ohne Regen zu qualmen anfing, ist unklar.  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

63-Jähriger aus der S-Bahn geprügelt - Polizei findet Zeugin
Die brutale Tat hatte am Mittwoch München aufgeschreckt: Jugendliche prügelten einen Mann aus der S-Bahn. Nun hat die Polizei eine wichtige Zeugin ausfindig gemacht.
63-Jähriger aus der S-Bahn geprügelt - Polizei findet Zeugin
29-Jähriger bei Unfall auf B471 schwer verletzt
Ein Maisacher (29) ist am Donnerstag kurz nach 14 Uhr mit seinem Wagen von der B471 bei Esting abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Er wurde schwer verletzt.
29-Jähriger bei Unfall auf B471 schwer verletzt
250 Luzienhäuserl – ein neuer Rekord
Da würde der Heiligen Lucia sicher das Herz aufgehen, wenn sie sehen könnte, mit wie viel Kreativität und Liebe zum Detail die Schüler der Grundschule an der …
250 Luzienhäuserl – ein neuer Rekord
Gröbenzell steht finanziell gut da
Die Gemeinde hat ihren Haushalt verabschiedet – und zwar einstimmig. Es gab viel Lob, aber auch einige, kritische Anmerkungen von der CSU-Fraktionsvorsitzenden Brigitte …
Gröbenzell steht finanziell gut da

Kommentare