Interview 

„Unsere Landschaft leidet unter dem Zuzug“

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 Halbzeit im Gemeinderat – und damit auch für Bürgermeister Andreas Magg (SPD). Vor drei Jahren hatten ihn die Olchinger zum Rathauschef gemacht – zum zweiten Mal bereits. Im Tagblatt-Interview verrät der 38-Jährige worüber er sich Sorgen macht – und was ihm am Bürgermeister-Sein besonders viel Spaß macht.

Olching

-Herr Magg, beim diesjährigen Starkbierfest wurde Ihre Figur ganz schön von Albträumen geplagt. Gibt es etwas in Bezug auf Olching, was Ihnen schlaflose Nächte bereitet?

Nein, ich habe glücklicherweise einen sehr guten Schlaf. Es gäbe aber auch keinen Grund. Unsere Stadt entwickelt sich in vielen Bereichen sehr positiv. Ein wenig Sorgen macht mir der weiterhin starke Zuzug in die Region: Unsere Landschaft, die auch maßgeblich unsere hohe Attraktivität ausmacht, leidet und der Verkehr kollabiert.

-Welche Bilanz ziehen Sie zur Halbzeit der Legislaturperiode?

Erfreulicherweise konnten der Stadtrat und ich dank einer sehr konstruktiven und sachlichen Zusammenarbeit viele Projekte umsetzen sowie neue ins Auge fassen. Zu nennen sind beispielsweise die Sanierung des Volksfestplatzes, die Inbetriebnahme der neuen Mittelschule, die Erweiterung des Parkfriedhofs, der Neubau des Bauhofs, die Entfaltung des Stadtteilzentrums Geiselbullach Mitte und nicht zuletzt auch die positive Entwicklung des Gewerbeparks an der B 471. Zusammenfassend kann man also sagen, wir haben in den letzten drei Jahren sehr viel zum Wohle der Stadt erreicht und sind immer noch voller Tatendrang.

-Sie sind nun schon seit 2008 Bürgermeister von Olching. Was gefällt Ihnen am besten daran?

Sich für die Stadt zu engagieren, in der man geboren ist und zusammen mit vielen aktiven Mitbürgern diese auch fortentwickeln zu können. Und natürlich die unzähligen netten Kontakte mit den Menschen tagtäglich hier.

-Und was mögen Sie am Amt überhaupt nicht?

Da fällt mir jetzt spontan nichts ein.

-Als Sie zum ersten Mal Bürgermeister wurden, waren Sie weder verheiratet noch hatten Sie ein Kind. Jetzt sind Sie Vater und Ehemann. Inwieweit hat das Einfluss auf Ihre Arbeit?

Natürlich kann ich mich nun noch besser in die Bedürfnisse von jungen Familien hineinversetzen. Und wenn ich in das fröhlich verschmitzte Gesicht meiner kleinen Tochter schaue, wenn wir zusammen wieder einmal was unternehmen können, dann relativieren sich so manche Dinge, über die man sich im Rathaus noch geärgert hat.

-Drei weitere Jahre als Rathauschef haben Sie noch vor sich, dann wählt Olching wieder. Was haben Sie sich für die nächsten drei Jahre vorgenommen?

Unsere neue Stadtmitteplanung rund um den Bahnhof wird in der Umsetzung sein. Ich will unsere Grundschulen weiter modernisieren und fit für die Zukunft machen. Die weitere Attraktivitätssteigerung in den Stadtteilen ist ein Thema, genauso wie die weitere Sanierung unserer städtischen Wohnungen und die Schaffung von mehr bezahlbaren Wohnungen. Und besonders am Herzen liegt mir, dass wir in dieser Stadt weiterhin eine so engagierte Bürgerschaft haben, in den Vereinen, Verbänden und bei den unterschiedlichsten ehrenamtlichen Initiativen, die Olching als Heimat versteht und sich stark mit unserer schönen Stadt identifiziert.

Interview: Eva Dobler

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