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Die Kandidaten diskutierte auf einem Podium miteinander.

Podiumsdiskussion des Stadtmarketings

Verkehr bestimmt die Debatte in Olching

Sechs Männer wollen in Olching Bürgermeister werden. Am Montagabend präsentierten sie sich und ihre Ideen bei einer Podiumsdiskussion des Stadtmarketings. In einem Punkt war sich das Sextett erstaunlich einig. Beim Thema Verkehr gibt es aber deutliche Meinungsverschiedenheiten.

Olching – Rund 100 Olchinger waren gekommen, um sich ein Bild von den Kandidaten zu machen. Stefan Eibl von den Freien Wählern, CSU-Mann Maximilian Gigl, der amtierende Rathauschef Andreas Magg von der SPD, der Grüne Michael Maier, Gabriel Sailer (ÖDP) und Andreas Teichmann von der FDP nutzten die Gelegenheit, sich und ihre Pläne vorzustellen.

Im Publikum saßen großteils Unternehmer aus Olching aber auch zahlreiche Mitglieder von Parteien, die zur Unterstützung ihres Kandidaten erschienen waren. In der Debatte zeigte sich: Vor allem Fragen, die das Gewerbe betreffen, brannten den Besuchern unter den Nägeln, In so manchem Punkt herrschte Einigkeit auf dem Podium. Wie bei der Frage, ob einer der Bewerber plane, die Gewerbesteuer zu erhöhen. Diese Frage beantworten alle sechs gleich, nämlich mit einem klaren nein.

Südwest-Umfahrung

Beim Thema Südwest-Umgehung kam teils deutlicher Widerstand gegen das Projekt. So betonten Maier und Sailer, dass sie den Bau der geplanten Straße ablehnen. „Diese basiert auf falschen Berechnungen“, zeigte sich Maier überzeugt. Sailer erklärte, diese verlagere lediglich den Stau. Auch Eibl äußerte sich kritisch, denn die Straße zerstöre Landschaft auf Dauer.

Thema Verkehr

Für die Entlastung der Hauptstraße vom Verkehr hatten die Kandidaten andere Vorschläge: Die Straße verkehrsfrei zu machen, davon hielt Gigl nichts. „Ich glaube nicht, dass dann noch jemand große Geschäfte macht.“ Zur Sprache kam auch ein so genannter shared space. Das Konzept setzt auf eine freiwillige Verhaltensänderung durch gegenseitige Rücksichtnahme. Sailer und Eibl sahen das als nachdenkenswert an. Bei Gigl stieß der Vorschlag hingegen auf wenig Gegenliebe. „Die Vorstellung, dass ein Kind auf einem Radl gleichberechtigt mit einem 40 Tonner in der Straße unterwegs ist, bereitet mir Bauchschmerzen“, betonte er. Er konnte sich eher vorstellen den Schwerlastverkehr aus der Straße zu verbannen.

Auch Eibl war sich sicher: „Das Auto wegdenken ist nicht. Dass plötzlich alle nur mit dem Rad fahren, werden wir nicht mehr erleben.“ Andreas Magg war es wichtig, die Innenstadt für alle Verkehrsteilnehmer gut erreichbar zu machen. Aber er räumte auch ein, dass das nicht einfach sei. Maiers Vorstellung, im Stadtzentrum Tempo 20 vorzuschreiben, löste unter den Zuhörern teils lautes Murren aus.

Einig waren sich die Kandidaten darin, Parkplätze außerhalb des Zentrums anzubieten – etwa auf dem Volksfestplatz. Diese könnten durch einen Citybus ans Zentrum angebunden werden, so Magg. Michael Maier wünschte sich, dass die Busse kostenlos pendeln.

Paulusgrube

Ein weiteres Thema des Abends war die Bebauung der Paulusgrube. Die sieht Gabriel Sailer äußerst kritisch. Das Projekt habe tagtäglich 5 000 Autos mehr zur Folge. Ob in der Paulusgrube eines Tages auch ein neues Rathaus stehen soll, dazu gingen die Meinungen auseinander. Eibl konnte sich dies vorstellen, Gigl aber lehnte dies vehement ab. Der Christsoziale könnte sich dort allenfalls ein Bürgerbüro vorstellen – aber nicht das gesamte Rathaus. Und einen Bürgersaal wie Eibl ihn sich in der Paulusgrube wünscht, hält der Gigl für überflüssig.

Die Moderatorin des Abends, Sandra Pfand-Strobel vom Stadtmarketing, wollte von den Kandidaten auch wissen wie sie es sicherstellen, dass eine eines Tages bebaute Paulusgrube, aber auch die Bauarbeiten dafür, für die Unternehmer in der Haupt- und Feursstraße keine Nachteile bringt. Dass die Bautätigkeiten keine Beeinträchtigungen bedeuten, konnte keiner der Kandidaten versprechen. Andreas Teichmann meinte, dass man Beeinträchtigungen in Kauf nehmen müsse. Daher sei es wichtig, miteinander zu reden, fügte Magg hinzu.

Gewerbe

Teichmann wünschte sich mehr Gewerbe für Olching. Bei 30 000 Einwohnern biete die Stadt lediglich 5 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Ein Großteil der Arbeitnehmer pendle also aus. Er konnte sich daher vorstellen, dass die Stadt sich an der Entwicklung des Fliegerhorstgeländes beteilige. Am Herzen liegt dem Liberalen bei der Kommunalwahl auch bezahlbarer Wohnraum. Allerdings zieht er ein kommunales Wohngeld dem Bau von Wohnraum durch die Stadt vor.

Im dritten Bauabschnitt des Gewerbegebietes an der B 471 erhoffen sich mehrere Kandidaten mehr Flächen für ortsansässige, kleinere Betriebe, als in den bereits bebauten Flächen. Und mehr qualifizierte Arbeitsplätze, fügte Eibl hinzu. Einen großen Wunsch gab der Vizepräsident des SC Olching, Bernhard Huppmann, den Kandidaten noch mit auf den Weg – einen Kunstrasenplatz. (sus)

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