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Von der Luftwaffe ins Thriller-Geschäft

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Von: Andreas Schwarzbauer

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Ich habe mein ganzes Leben geschrieben, aber vor allem Gutachten. Was ich nicht konnte, war das literarische Schreiben. Wolfgang Roth, Ex-Bundeswehr-Psychologe
Ich habe mein ganzes Leben geschrieben, aber vor allem Gutachten. Was ich nicht konnte, war das literarische Schreiben. Wolfgang Roth, Ex-Bundeswehr-Psychologe © mm

Der Olchinger Wolfgang Roth war früher Psychologe bei der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck. Als er in den Ruhestand ging, suchte er eine neue Beschäftigung. Er wollte ein Buch schreiben. Und er ging die Sache erst einmal mit einem richtigen Plan an.

Olching – Weil er nach seiner Pensionierung „etwas Neues anfangen“ wollte, hat der Olchinger Wolfgang Roth einen 236-seitigen Thriller geschrieben. „Die drei Leben des Ludwig B.“ ist bereits die zweite Version seines Romans. „Ich war bei der ersten Veröffentlichung zu ungeduldig. Deshalb waren noch ein paar Ungereimtheiten in dem Buch. Außerdem habe ich den Handlungsschwerpunkt etwas verschoben“, sagt der 71-Jährige. Zudem entschied er sich, dass das Buch der Auftakt für eine Trilogie sein soll. „Die Geschichte gibt so viel her und ich habe so viele offene Handlungsstränge.“ Sein Werk handelt von drei Familien, deren Leben durch das Schicksal miteinander verwoben werden.

Der IT-Firmengründer Henning Bergner hat auf der Heimfahrt einen Autounfall. Ein Bauer findet den Verletzten und erkennt in ihm fälschlicherweise seinen Sohn wieder, der den Hof zwei Jahre zuvor im Streit verlassen hat. Bergner, der sein Gedächtnis verloren hat, übernimmt die Rolle des Jungbauern. Seine Frau Christine und die kleine Tochter Jenny warten vergeblich auf seine Rückkehr. Nach Jahren kehrt der tatsächliche Sohn zurück und die Grundfesten der neuen Beziehungen geraten ins Wanken.

Insgesamt drei Jahre hat Roth an der ursprünglichen Version des Romans gearbeitet und vier Monate lang überarbeitete er ihn anschließend. Vorerfahrung als Schriftsteller hatte er nicht.

Roth war 45 Jahre bei der Bundeswehr und arbeitete dort unter anderem als Psychologe bei der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck. „Mir war nach der Pensionierung klar, dass ich eine Beschäftigung brauche.“

Er habe überlegt, ob er Geschichte studieren sollte. Aber auch ein Buch zu verfassen habe ihn interessiert, erzählt Roth. „Ich habe mein ganzes Leben geschrieben, aber vor allem Gutachten. Was ich nicht konnte, war das literarische Schreiben.“ Daher belegte er Kurse an der Volkshochschule und las entsprechende Ratgeber.

Rasch war er von dem Thema fasziniert. „Mich hat gereizt, die Struktur eines Buches zu verstehen und selbst etwas zu Papier zu bringen.“ „Die Handlung für mein Buch war irgendwann einmal einfach da“, berichtet Roth. Doch die Umsetzung der Idee sei nicht leicht gewesen. „Ich habe zunächst das erste Kapitel geschrieben, verbessert, verfeinert, meinen Bezugspersonen zum Lesen gegeben, deren Tipps berücksichtigt und nochmal umgeschrieben. Nach einigen Wochen wusste ich nicht mehr, was ich eigentlich schreiben wollte.“

Also entwickelte Roth zunächst einen Plot, sprich einen Grundriss der Handlung sowie seine Hauptpersonen. Anschließend brachte er innerhalb von sechs Wochen seine Vorstellungen zu Papier. „Die 140 schnell geschriebenen Seiten entwickelten sich dann Szene für Szene zu einem 300-Seiten-Buch.“ Doch der Roman ist nicht sein einziges Werk. Auch schon mehrere Kurzgeschichten hat der Olchinger geschrieben. Derzeit arbeitet er zudem am zweiten Teil seiner Trilogie. „Für mich ist es ein wunderbares Leben, wenn ich kreativ sein kann.“

Infos zum Buch

„Die drei Leben des Ludwig B. – Flucht und Heimkehr“ ist als Taschenbuch (12,90 Euro), gebunden (16,90 Euro) oder als E-Book bei Amazon erhältlich.

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