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Mit dem Traktor von Station zu Station: Die Kläranlage in Geiselbullach wird heuer 50 Jahre alt. Beim Tag der offenen Tür durften die Besucher das Areal erkunden. 

Besuch in Geiselbullach

Warum eine Kläranlage wichtig ist

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 Der eine oder andere Besucher hat beim Tag der offenen Tür des Amperverbandes (AV) schon leicht die Nase gerümpft. während er an den Klärbecken und Betriebsgebäuden vorbeigelaufen ist.

Geiselbullach – „Vor vielen Jahren hat es so auch in den Städten gerochen, weil es keine Kläranlagen gab.“ Was ein für den AV produzierter Lehrfilm aussagt, erzählte auch Martin Benger aus Olching seinem zehnjährigen Sohn. Es gebe an einem Samstagnachmittag für Vater und Kind schon spannendere Ziele als eine Kläranlage, räumt der 45-Jährige ein. „Wir wollten aber mal wissen, wie die Entsorgung funktioniert und warum so ein Kanal verstopft sein kann“, so Benger.

Andreas Bischof, einer der Mitarbeiter im Labor des Zweckverbandes, erklärt das anhand einer Mini-Kläranlage. „Feuchttücher und Essensreste haben nichts in einer Toilette zu suchen“, betont er immer wieder. Und Vater und Sohn Benger erfahren so, dass der AV zwei- bis dreimal die Woche ausrückt, um irgendwo im Bereich der 61 Pumpen im Verbandsgebiet eine Störung zu beseitigen. „Wir werden in Zukunft besser aufpassen“, verspricht Benning.

Für viele andere bedeutet der Tag der offenen Tür ebenfalls eine Art Nachhilfeunterricht. Warum es eine Kläranlage braucht, wissen die meisten der Besucher, wie sie funktioniert weniger. So erklärt sich auch das rege Interesse die gesamten sechs Stunden hindurch, die der Tag der offenen Tür lief.

Ebenfalls der Neugier halber hat sich Peter Kigele aus Grafrath auf den Weg nach Geiselbullach gemacht. Er wohnt zwar nicht im Verbandsgebiet, das sich auf drei Landkreise erstreckt. Doch der heute 78-jährige Kigele hat eine berufliche Verbindung zur Kläranlage, die in deren Anfangszeiten ihres 50-jährigen Bestehens liegt.

„Ich habe am Kanalnetz mitgebaut, als die Kläranlage entstanden ist“, erzählt der Hoch- und Tiefbauingenieur. Und so feiert er ein Wiedersehen der besonderen Art. „Ich weiß um jede Rohrleitung, die hier verlegt ist“, so Kigele, der dann auch noch auf AV--Geschäftsführer Thomas Mösl zum Fachsimpeln gestoßen ist. „Das ware schon ein interessantes Gespräch“, freute sich Kigele, dass sein Erfahrungsschatz auch bei der aktuellen Führung auf Interesse gestoßen ist.

Die Veränderungen auf der Anlage in all den Jahren, eingeschlossen der Neubau des Verwaltungsgebäudes, habe er mit positivem Erstaunen aufgenommen. „Genauso aber auch, dass so viele Leute diese Kläranlage interessant finden.“ Zu der hat er neben den guten beruflichen Verbindungen außerdem noch einen privaten Bezug. „Meine Frau Helga hat beim Amperverband früher im Büro gearbeitet, hier habe ich sie kennengelernt.“ So gesehen sei für ihn dieser Tag der offenen Tür im doppelten Sinn auch eine schöne Reise in die Vergangenheit gewesen, freute sich Kigele. 

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