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Konrad Neger wurde 82 Jahre alt. 

Nachruf

Was er tat, tat er aus vollstem Herzen

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Vom blinden Passagier zum Kapitän – so oder so ähnlich könnte man Konrad Negers Werdegang im Olchinger Schützenverein SG Gemütlichkeit beschreiben.

Olching –  Zu Anfang, als 15-Jähriger, ging er nämlich heimlich zu den Vereinstreffen, weil er befürchtete, seine Eltern könnten ihm das geliebte Hobby verbieten. Mit 16 durfte er dann doch ganz offiziell Mitglied werden. Die Eltern hatten durch Zufall von seinem Interesse am Schießsport erfahren – und nichts dagegen einzuwenden.

Ein besonders guter Schütze wurde aus dem 1937 geborenen Olchinger nie. Zum Verein zog es ihn, weil viele seiner Freunde dort Mitglied waren und weil er die Gemeinschaft schätzte. Korrekt, besonnen und ehrlich, wie er war, wurde der Metallgießer- und Formermeister bald in den Vorstand gewählt. Insgesamt war er 23 Jahre lang Schützenmeister, anschließend Ehrenschützenmeister.

Unter seiner Leitung fand zum 100-jährigen Bestehen des Vereins 1987 ein Gauschießen statt, das mit über 1100 Schützen einen Teilnehmerrekord aufstellte. Mitte der 1970er-Jahre übernahm der Olchinger die Metallgießerei seines Vaters. Den Betrieb hatte er von der Pike auf kennengelernt. Bevor er Chef wurde, arbeitete er dort jahrelang als Angestellter. Obwohl die Firma unter seiner Leitung sehr erfolgreich war, blieb Konrad Neger immer bodenständig – und bis ins hohe Alter involviert. Erst, als vor zwei Jahren der Betrieb aufgelöst wurde, endete auch für ihn das Berufsleben.

„Mein Vater war ein Macher. Was er anfasste, machte er mit Hand und Fuß, aus vollstem Herzen und äußerst professionell“, erzählt Gabi Wörmann. Sie ist die älteste der drei Töchter, die Konrad Neger mit seiner Frau Traudl hatte. Seit 1965 gingen die beiden gemeinsam durchs Leben. Inzwischen gibt es sieben Enkel und einen Urenkelkind. Für seine Familie – die trotz Arbeit und Ehrenamt nie zu kurz kam – war Konrad Neger ein Fels in der Brandung. Einer, der allem mit Gelassenheit begegnete und das Leben nahm, wie es kam.

Dazu gehörte ein entspanntes Verhältnis zum Tod. „Starb ein Mensch, waren seine Worte: Mei, des Buach is ausgelesen“, sagt Gabi Wörmann. Sie ist als Schützenmeisterin der SG Gemütlichkeit in die Fußstapfen ihres Vaters getreten. Noch zwei Wochen vor seinem Tod tat Konrad Neger trotz einer Krebserkrankung alles, was ihm Spaß machte – Schafkopfen, einmal in der Woche Freunde zum Essen treffen, Verwandte besuchen und zu den Heimspielen des SC Olching auf den Fußballplatz gehen.

Erst wenige Tage vor seinem Tod wurde er zu schwach. „Er hat für sich beschlossen, dass es jetzt gut ist und es Zeit zum Sterben war“, erzählt seine Tochter. Bis zuletzt bei vollem Bewusstsein, konnte der Olchinger sich von seiner Familie verabschieden, bevor er in seinem Zuhause friedlich einschlief. Konrad Neger wurde 82 Jahre alt. 

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