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So sieht der neue kleine Wertstoffhof in Maisach an der Gertraud-Kölbl-Straße aus

In Olching

Wertstoffhof spaltet Schwaigfeld-Bewohner

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Der geplante Wertstoffhof im Schwaigfeld sorgte für Zündstoff bei der Bürgerversammlung für die Stadtteile Graßlfing und Geiselbullach. Anwohner fürchten durch die Sammelstelle mehr Lärm, mehr Verkehr und eine Wertminderung ihrer Grundstücke.

OlchingDie Idee, einen Wertstoffhof im nördlichen Teil des Schwaigfelds zu errichten, ist ungefähr 15 Jahre alt. Damals wurde sie von der BüSCH (Bürgervereinigung Schwaigfeld) an die Kommune herangetragen. Hinzu kommt, dass der große Wertstoffhof an der Johann-G.-Gutenbergstraße laut Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) komplett ausgelastet ist. Dieser sei 1996 für 20 000 Einwohner errichtet worden, erklärte Stefan Zöllner vom AWB. Mittlerweile habe Olching fast 28 000. Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Grundstück seien nicht mehr gegeben. „Die neue Sammelstelle soll den Bedarf von 8000 bis 9000 Einwohner decken“, so Zöllner.

Deshalb soll nun eine Sammelstelle im Zwickel Tuchola-/Ludwigstraße im Schwaigfeld entstehen. Dazu wird derzeit ein Bebauungsplan aufgestellt. Aufgrund der Einwände aus der direkten Nachbarschaft hatte der Stadtentwicklungsausschuss aber im Juli beschlossen, die Pläne vorerst auf Eis zu legen und auf der Bürgerversammlung zu diskutieren. Und das wurde ausgiebig getan.

„Der Verkehr wird zunehmen auf der Ludwigstraße, auch die Lkw“, befürchtete Peter Kollmansberger, der in der Ludwigstraße wohnt. Er kritisierte, dass nicht genau abgewogen worden wäre, ob der Wertstoffhof nicht besser ins Gewerbegebiet passen würde, zum Beispiel in die Industriestraße oder an die Schulstraße. Stefan Ettberger regte an, die Fläche doch lieber für Kinder zu nutzten.

Das Areal sei groß genug für künftige städtische Vorhaben, entgegnete Bürgermeister Andreas Magg (SPD). Außerdem gebe es derzeit keine geeigneten Grundstücke, auf die die Stadt auch Zugriff habe. „Wir haben aktuell keine ernsthafte Alternative.“

Sollten immisions- und naturschutzrechtliche Gutachten gegen einen Wertstoffhof an dieser Stelle sprechen, würde man das Vorhaben selbstverständlich nicht weiterverfolgen, so Magg. Im Moment sei man jedoch erst ganz am Anfang der Planung.

„Irgendwo muss der Wertstoffhof ja hin“, sagte Herbert Becker, der ebenfalls im Schwaigfeld wohnt. „Wir haben den Bedarf“. Bei irgendjemanden vor der Hautür werde er immer sein. Auch Michael Metschkoll von der BüSCH meinte: „Wir fordern ihn seit Jahren, und ich wüsste nicht, wo er sonst hin soll.“

Doch nicht nur die Frage nach dem Standort erhitzte die Gemüter. Auch über die Öffnungszeiten und die Abfälle wurde diskutiert. Der AWB sieht vor, dass dort Grüngut, Plastik, Sperrmüll, Elektroschrott und Eisen gesammelt werden soll.

Etliche Anwesende – Befürworter wie Gegner – regten an, dort doch nur Grüngut zu entsorgen, und keinen Sperrmüll oder Elektroschott. Denn Letztere fielen nur selten an und verursachten Lärm. Lucia Mühlbauer schlug vor, erst eine Testphase mit einer Grüngutsammelstelle zu starten. Das könnte in Form eines Mobils oder eines kleineren Standorts sein.

Magg erwiderte, dass die Entscheidung darüber der AWB treffen müsse, der schließlich den Bedarf angemeldet habe. „Das war nicht die Stadt.“

Einen Vorschlag zur Güte machte dann noch ein anwesender Bürger. Man könne doch die Estinger, die einen mittleren Wertstoffhof bereits seit Jahren mitten in einem Wohngebiet haben, nach ihren Erfahrungen fragen. „Die sagen uns, wie es wirklich ist.“

Sorge um die Schulwegsicherheit im Moos

Um die Sicherheit ihrer Kinder fürchten die Anwohner des Bahnwegs im Graßlfinger Moos. Denn die kleine einspurige Straße, die von der Gröbenzeller/Graßlfinger Straße abzweigt, nutzen viele Autofahrer als Schleichweg und Ausweichroute zur Autobahn. Darüber klagte Anwohnerin Petra Rötsch.

 Eine Verkehrszählung habe ergeben, dass den Weg rund 25 000 Fahrzeuge im Monat nutzen, darunter 4500 Lkw. Seitdem die Gemeinde Gröbenzell in der Akeleistraße, die ebenfalls als Schleichweg genutzt wurde, eine Tonnage-Begrenzung eingeführt und Poller hingemacht habe, sei die Situation im Bahnweg noch schlimmer geworden, so Rötsch.

 Zudem gebe es dort weder einen Geh- noch einen Radweg. Und auch eine Beleuchtung fehle. Sie forderte von der Stadt, etwas zu unternehmen. „Die Graßlfinger Kinder müssen schnell hupfen, um von der Straße wegzukommen“, kritisierte auch Roswitha Rom die schlechten Straßenverhältnisse und nicht ausgebauten Bushaltestellen im Moos. „Wir haben Probleme, unsere Kinder sicher auf den Schulweg zu bringen“, sagte sie. 

Vor allem im Winter. Bürgermeister Andreas Magg (SPD) stimmte ihnen zu, im Moos ein Problem mit Schleichverkehr zu haben. „Und die Straßen sind nicht so, wie wir es uns wünschen.“ Würden die Straßen aber ausgebaut, dann würden sie aber auch als Abkürzungen noch attraktiver werden, gab er zu bedenken

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