Celine Lauer hatte beantragt, auchInnenminister und Landtags-Vize anzuschreiben.

Gegen Olchings Umfahrung

Wieder heftiger Widerstand gegen Südwest-Umgehung

Der Widerstand gegen die Südwest-Umfahrung von Olching eint den Gemeinderat von Eichenau. Man sieht das interkommunale Hochwasser-Konzept zum Starzelbach in Gefahr. Der Protest richtet sich auch an Innenministerium und Landtags-Vize.

Eichenau/Olching Bereits im Mai 2010 hatte sich der damalige Eichenauer Bürgermeister Hubert Jung (CSU) im Namen der Gemeinde mit einer Petition an das Bayerische Innenministerium gewandt. Jung gehört auch jetzt mit zu den Verfassern einer Erklärung, die sich gegen die Südwest-Umfahrung richtet. Auch an den Adressaten hat sich nichts geändert: Innenminister Joachim Herrmann und der 1. Vizepräsident des Landtags, Reinhold Bocklet (beide CSU). Sie werden aufgefordert, „das Projekt bis auf Weiteres zurückzustellen und aus der Finanzierung herauszunehmen“.

Dass das Schreiben ebenfalls an diese bayerischen Spitzenpolitiker geht, hatte CSU-Fraktionschefin Celine Lauer beantragt: „Unser offener Brief soll auch an die Verantwortungsträger gehen.“ Lauer bedankte sich zudem ausdrücklich, dass alle Fraktionen mit ihren Sprechern die Erklärung unterstützen.

Massives Unbehagenbeim EichenauerBürgermeister

Eichenaus Bürgermeister Peter Münster (FDP) hob in der Gemeinderatssitzung seine Bedenken hervor: „Ich habe bezüglich der Südwest-Umgehung ein massives Unbehagen.“ Er sah nicht nur die Interessen Eichenaus berührt, sondern ebenso die interkommunale Zusammenarbeit beim Hochwasserkonzept für den Starzelbach in Gefahr. Hier arbeiten die Anrainerkommunen zusammen – auch Olching, wo die Zweite Bürgermeisterin Maria Hartl (CSU) seit langem zu den treibenden Kräften für die Umgehung gehört, mit Unterstützung aus der Landespolitik.

Münster verwies zudem auf die fehlende wasserrechtliche Genehmigung. „Eine Ausnahmeregelung liegt jedenfalls nicht vor“, erklärte er. In der Erklärung von Alt-Bürgermeister Jung und den Fraktionssprechern heißt es dazu: „Es stößt auf massives Unverständnis, dass mit den Ende Oktober vorgenommenen Rodungsmaßnahmen bauvorbereitende Fakten geschaffen wurden.“

Münster befürchtet beim Ausgleich für Rezensionsflächen eine Kostensteigerung. Zudem würde in bislang für die Bevölkerung wichtige Erholungsräume eingegriffen. Gertrud Merkert (SPD) sprach in diesem Zusammenhang von „fragwürdigen Genehmigungen“.

Bereits 2010 hatte Jung in seinem Protest zudem angefügt, dass die Ortsdurchfahrt von Eichenau ohnehin schwer belastet sei. Er widersprach der Darstellung des Innenministeriums, die Gemeinde könne einen prognostizierten Mehrverkehr von zwölf Prozent verkraften. Jung hatte damals unter anderem auch davon gesprochen, „dass dem Planfeststellungsverfahren eine obskure Nutzen-Kosten-Analyse zugrunde liegt“.

Mit dem Bau der Südwest-Umgehung soll im Frühjahr 2018 begonnen werden. Die Bürgerinitiative Ortsentwicklung Olching hatte im Oktober zu einer Protestkundgebung gegen die Umfahrung aufgerufen. Unterstützt wurde sie dabei unter anderem von Hubert Aiwanger, Landeschef der Freien Wähler. (hk)

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