In der Namib-Wüste: Markus Schollmeyer. Foto: tb

Interview 

„Wir helfen, Fluchtanreize zu beseitigen“

Der Rechtsanwalt, Buchautor und Gerechtigkeitsforscher Markus Schollmeyer aus Olching hilft mit seinem Projekt „Mission Namibia“, die Lebensbedingungen in armen afrikanischen Gegenden zu verbessern. Im Interview erklärt er seine konkreten Pläne.

Olching – 

-Das Projekt „Mission Namibia“ steht für Chancengerechtigkeit. Worum geht es dabei genau?

Wir sind ein paar Freunde, denen Gerechtigkeit und Bildung am Herzen liegt. Wir helfen, die Lebensbedingungen in Afrika zu verbessern und Fluchtanreize zu beseitigen. Dazu haben wir einen patentierten, digitalen und barrierefreien Multimediaguide für Museen, Messen und Tourismus umfunktioniert. Damit bringen wir digital Bildung in Gebiete, die kein Internet haben.

-In Zusammenarbeit mit Ministerien vor Ort und der ehemaligen First Lady von Namibia wollen Sie unter anderem die Frauenbildungsquote erhöhen und digitale Bildung für alle schaffen. Wie wollen Sie das vor Ort in die Tat umsetzen?

Ganz einfach: Wir bringen die Technik hin und fahren gemeinsam mit Mitarbeitern der Ministerien genau in die Gegenden wie die Kalahari oder das Okavango, wo sonst nur wenig digitale Informationen hinkommen. Hier leben Menschen in entlegenen Dörfern. Dort bauen wir alles auf und zeigen den Mitarbeitern, wie sie das System selbst betreiben können. Das ermöglicht, zum Beispiel Bildungsinhalte oder aufgrund des Klimawandels lebensnotwendige Wetterberichte zu streamen.

-Sie planen, im Oktober nach Namibia zu fliegen und dort eine digitale Messe auf eigene Kosten zu stemmen. Dafür haben Sie bereits eine Million Namibische Dollar (rund 64 000 Euro) gesammelt. Wie soll es danach weitergehen?

Wir haben nicht gesammelt, sondern das ist unser eigener Beitrag. Was uns aber noch fehlt, sind alte Smartphones oder Tabletcomputer. Die Messe ist Teil unserer Unterstützung, wird aber vom Staat Namibia ausgerichtet. Wir bringen nur die digitale Kommunikationstechnik. Diese brigen wir nach der Messe in entlegene Gebiete. So schaffen wir eine Doppelverwertung: Erst die Wirtschaft, dann die Bildung ankurbeln, um den Menschen hoffentlich eine Initialzündung zu geben.

Interview: Angi Kiener.

So kann man helfen

Wer ausgediente Smarthones oder Tablets für das Projekt zur Verfügung stellen möchte, kann sich über die Homepage www.mr-signal.de oder www.markus-schollmeyer.com informieren.

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