Faschingsgottesdienst in Olching

Zwei Pfarrer und ganz viele Prinzenpaare

In Olching steht eine Premiere an: Am morgigen Donnerstag wird in St. Peter und Paul zum ersten Mal ein ökumenischer Gottesdienst mit Prinzenpaaren aus ganz Oberbayern gefeiert. Wie es zu dieser Idee kam, erzählt Pfarrer Josef Steindlmüller

Olching – „Die Musikauswahl wird wohl eher fröhlich ausfallen“, verrät Pfarrer Steindlmüller. Aber: „Polonaise werden wir natürlich keine in der Kirche tanzen.“ Auch Konfetti und Luftschlangen werde man vergebens im Gotteshaus suchen. Eines ist dem Pfarrer dennoch wichtig: „Freude wird eine zentrale Rolle spielen. Sie ist ein wichtiges Thema im Glauben. Glaube soll schließlich Freude schenken.“

Den ökumenischen Gottesdienst für Faschingsprinzenpaare gibt es noch nicht sonderlich lange. Das Besondere an ihm ist, dass alle in ihren Kostümen kommen. Das erste Mal wurde die Glaubensfeier mit Prinzenpaaren aus ganz Oberbayern vergangenes Jahr in Wolfratshauen gefeiert. Nun kommen die Prinzenpaare nach Olching. „Ich bin sehr gespannt. Es ist ja die erste Feier dieser Art bei uns. Wir hoffen natürlich, dass daraus eine kleine Tradition entsteht“, sagt Pfarrer Steindlmüller bereits im Vorfeld und freut sich sehr.

Gestaltet wird der Gottesdienst von ihm und seinem evangelischen Amtskollegen Pfarrer Harald Sauer. Musikalisch wird er mit Orgel und Trompete begleitet. Die Idee zu der gemeinsamen Glaubensfeier entstand, als Pfarrer Steindlmüller vergangenen November zur Prinzenpaar-Proklamation der Faschingsgilde Olching (FGO) eingeladen war. Auch der Präsident des Landesverbandes Oberbayern des Bundes Deutscher Karneval (BDK) war an dem Abend zugegen. Steindlmüller erzählte ihm, wie ihn der jährliche traditionelle ökumenische Domgottesdienst in Köln immer wieder beeindrucke und dass er sich so etwas auch für den Raum München wünschen würde. Die Idee traf auf fruchtbaren Boden: Der Landesverband Bund Deutscher Karneval suchte seinerseits nach einem geeigneten Ort für eine solche Veranstaltung.

„Ohne die Unterstützung des örtlichen Faschingsclubs, der Faschingsgilde Olching, wäre der Gottesdienst allerdings nicht möglich“, erklärt Pfarrer Steindlmüller. Denn die FGO hilft nicht nur bei der Organisation im Vorfeld, sie kümmert sich auch um das Catering für das Zusammentreffen im Anschluss an die gemeinsame Feier.

Besonders an dem Gottesdienst ist natürlich nicht nur, dass die Karnevalisten in ihren Kostümen kommen. Viel wichtiger ist, dass hier augenscheinlich Verschiedenes miteinander verbunden wird. „Ich finde solche Aktionen einfach gut. Dadurch, dass zwei ganz unterschiedliche Bereiche zusammengebracht werden, kommt man mit verschiedenen Teilen der Gesellschaft in Kontakt. Zudem macht die Zusammenarbeit mit der FGO, die hier im örtlichen Vereinsleben Großes leistet, einfach großen Spaß.“

Eingeladen wurden Prinzenpaare aus ganz Oberbayern. Und viele haben schon zugesagt: Neben den Olchinger Tanzfreunden haben sich auch die Heimatgilde Fürstenfeldbruck, Würmesia aus Gräfelfing, die Starnberger Faschingsgesellschaft Perchalla und der Unterschleißheimer Faschingsclub angekündigt. Martina Klein, Organisatorin und Präsidentin der Faschingsgilde Olching, rechnet auf jeden Fall mit einem bunten Treiben: „Viele der Faschingsclubs reisen mit Hofstaat an. Das sind pro Prinzenpaar zusätzliche fünf bis 20 Personen.“

Der Gottesdienst

Am Donnerstag, 25. Januar, kommen die Prinzenpaare in die Stadt, um ab 19 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zu feiern. Der Gottesdienst wird in Zusammenarbeit mit der Faschingsgilde Olching und dem BDK organisiert.

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