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Ob beim Essen, Kochen oder Spielen: Helfende Hände fehlen oft in den Kindertagesstätten. Deshalb startet die Stadt Olching nun einen Versuch. Pädagogische und soziale Hilfskräfte sollen das Personal unterstützen.  

Olching setzt auf Hilfskräfte in der Kita

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Die Stadt Olching unternimmt einen Versuch, der Personalnot in den Kinderbetreuungseinrichtungen zu begegnen. Hilfskräfte sollen Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen entlasten – und auch für den Beruf begeistert werden.

Olching – Wie in vielen Kommunen, mangelt es auch in Olching an qualifiziertem Personal in den Kindertagesstätten. Krankheitsfälle und Teilzeit, bedingt durch Schwangerschaften, können kaum abgefedert werden. Springer gibt es nicht. Deshalb musste die Stadt im vergangenen Jahr auch zeitweise Gruppen schließen. „Auch gerade sind wir kurz daran vorbeigeschrammt, eine schließen zu müssen“, sagt Rathaus-Geschäftsleiter Jürgen Koller auf Nachfrage.

Um die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen zu entlasten, will die Stadt es nun mit zusätzli

chem Personal probieren, das nicht ausgebildet ist oder sich noch in der Ausbildung befindet. Das können beispielsweise Pädagogikstudenten sein oder Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst ableisten. Aber auch andere, die sich engagieren wollen, sind willkommen. „Wichtig ist nur, dass derjenige irgendwie dafür qualifiziert ist und einen guten Leumund hat“, so Koller.

Der Vorschlag, Hilfskräfte einzusetzen, kam von der Elternschaft. Diese sollen das Kita-Personal bei kleineren Aufgaben unterstützen. Sie könnten zum Beispiel Obst schälen, Küchendienst leisten, Mülltonnen rein- und rausfahren, einzelne Kinder trösten oder einfach nur anwesend sein und den Kolleginnen so den Gang zur Toilette ermöglichen.

„Das soll Zusatz sein, nicht Ersatz“, betonte Bürgermeister Andreas Magg (SPD) in der Sitzung des Sozialausschusses. Man müsse erst einmal in der Praxis erproben, ob es überhaupt Interessenten gebe und wie man das Ganze organisatorisch handhaben könne. So müsse man auch die Bindung Kind-Betreuungsperson berücksichtigen. „Es muss eine gewisse Kontinuität geben“, so Magg.

Vom Gremium wurde der Vorschlag einhellig gutgeheißen. Nun muss der Personalausschuss noch die dafür notwendigen Voraussetzungen schaffen.

Zu wenig Personal bedeutet unter Umständen auch, dass der Betreuungssschlüssel, also wie viele Erzieherinnen in einer Gruppe sein müssen, nicht erfüllt werden kann. Wird dieser nicht erfüllt, dann drohen Förderkürzungen – und zwar für den ganzen Monat. „Bei einer sechsgruppigen Einrichtung wird das dann richtig teuer“, so Koller.

Deshalb hofft die Stadt auch, über die Hilfskräfte neues Personal akquirieren zu können. Bei Umschulung und Ausbildung würde die Stadt finanziell unterstützen.

Zusätzliche Kosten entstehen durch die Hilfskräfte nicht, wie Magg sagte. Im Haushalt seien drei qualifizierte Stellen vorgesehen, die aber nicht besetzt werden können. Das Geld sei also da. Eingruppiert werden die Zusatzkräfte nach ihrer Qualifikation. Bei Bufdis und FSJler gibt es feste Tarife.

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