Tapferer Helfer: Serkan Aydin (kleines Foto) rettete einen Maisacher aus diesem Auto, das dann völlig niederbrannte. Der Fahrer hatte einen Schlaganfall erlitten und war auf einen Kreisverkehr gerast. Foto: Weber

Olchinger rettet Mann aus brennendem Auto

Fürstenfeldbruck - Er hat nicht gezögert, sondern sofort gehandelt: Unter Einsatz seines Lebens rettete Serkan Aydin am Pfingstmontag einen Maisacher aus dessen brennenden Chevrolet.

Der Mann hatte einen Schlaganfall erlitten und war mit seinem Wagen auf einen Kreisel bei Bruck gerast.

Eigentlich will Serkan Aydin nur den Feiertag und das schöne Wetter genießen. Mit seinem Motorrad erkundet er die Region. Doch auf dem Heimweg wird der Olchinger zum Lebensretter.

Bereits als er durch Bruck in Richtung Maisach fährt, merkt der 25-Jährige, dass etwas passiert sein muss. „Ich habe ein Scheppern gehört.“ Als er zum Kreisverkehr in der Hasenheide kommt, wird seine Ahnung bestätigt: Ein Auto hatte sich überschlagen, jetzt raucht es entsetzlich. Leute stehen herum. Sie sind geschockt und wissen nicht so recht, was sie tun sollen.

Aydin zögert keinen Moment. Obwohl das Gras unter dem Auto bereits brennt und knistert, rennt er sofort zu dem auf dem Dach liegenden Chevrolet. „Ich habe in dem Moment nicht darüber nachgedacht“, sagt der 25-Jährige.

Bilder: Chevrolet geht in Flammen auf

Glück für den Fahrzeug-Insassen. Denn der 58-jährige Maisacher, der wegen eines Schlaganfalls die Kontrolle über sein Auto verloren hatte, versuchte vergeblich sich abzuschnallen. „Er schaffte es nicht“, erinnert sich Aydin. Deshalb löst der Olchinger den Gurt und zieht den Mann nach draußen. Dabei helfen ihm mehrere der Passanten. Derweil haben zwei Jugendliche die Straße notdürftig gesperrt. Der gerettete Maisacher ist bei Bewusstsein, doch er steht unter Schock. Er will immer wieder zurück zu seinem Chevrolet, aber mittlerweile steht der Wagen lichterloh in Flammen. Aydin und mehrere Passanten halten ihn bis zum Eintreffen des Krankenwagens zurück. „Wir haben alle gut zusammengeholfen“, sagt Aydin.

Juliane Sturm beobachtete alles von der gegenüberliegenden Straßenseite. Die 27-Jährige aus Wenigmünchen fuhr mit ihrem Auto direkt hinter dem Chevrolet, als der Unfall geschah. „Der Wagen ist ins Schleudern geraten, über den Kreisverkehr geflogen und dann senkrecht runtergeknallt“, erzählt sie. „Ich konnte gar nicht fassen, was passiert war.“

Nicht wegschauen, sondern helfen, lautet ganz generell Aydins Credo. Bereits als Jugendlicher engagierte er sich ein Jahr lang beim Roten Kreuz. Heute hilft er gerne seinen Nachbarn und Senioren. Leben gerettet hat er aber am Pfingstmontag das erste Mal. Demnächst will sich der 25-Jährige, der Schreiner gelernt hat und jetzt in einer Chemiefabrik arbeitet, mit dem Maisacher, dem es schon besser geht, treffen.

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