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„Politisch passt es zumindest“: Sechzig-Fan Michael Schrodi (r.) bekam von SPD-Ortsvorsitzendem Ulrich Steck eine Karikatur von sich im roten Trikot überreicht. 

Neujahrsempfang

„Olchinger SPD hat gute Zeit“

Bis in Olchings Lokalpolitik hinein schwebte der Satz, den der einstige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering gesagt hat: „Opposition ist Mist.“ Auch Andreas Magg (SPD), Olchings Bürgermeister, ließ sich von einem gewissen Kampfgeist inspirieren und schaltete bereits ein wenig in den Wahlkampfmodus für die Kommunalwahlen 2020.

Olching  Das wurde auf der Jahreseinstandsfeier, wie die SPD Olching ihren Neujahrsempfang nannte, deutlich.

„Die SPD in Olching hat eine gute Zeit“, sagte Magg. Er verwies auf 800 Arbeitsplätze, die in den vergangenen Jahren in der Stadt geschaffen wurden und auf die gestiegene Gewerbesteuer. Da habe die CSU stets nur Vorschläge und Kritik hinterherschieben können.

Auf Stadtebene will Bürgermeister Andreas Magg gestalten, im Bund SPD-Abgeordneter Michael Schrodi. Da passt es fast symbolhaft ins Bild, dass der SPD-Ortsvorsitzende Ulrich Steck Michael Schrodi eine Karikatur überreichte, auf der Schrodi in einem roten Trikot abgebildet ist. Angesichts seiner „blauen“ Fußballleidenschaft für den TSV 1860 blieb Schrodi nur der diplomatische Satz mit einem Schmunzeln: „Politisch passt es ja.“

Thema an diesem Abend waren auch die gerade beendeten Sondierungsgespräche für eine große Koalition in Berlin. So ist der Ortsvorsitzende Ulrich Steck zufrieden: „Wir leben in einer stabilen Demokratie.“ Ob die SPD dazu mit einer stabilen Regierung beitragen kann, ist für Steck eher zweifelhaft. Bei den Gesprächen in Berlin fehle ihm die große Vision.

Für Schrodi würde es passe, wenn es zu einer Großen Koalition mit den Unionsparteien käme. Ein klares „Ja“ kommt nicht, aber die Tendenz ist klar. „Ich werbe um das Vertrauen, dass wir weiter verhandeln dürfen.“ Dann wandelt Schrodi Münteferings Satz ab: „Es ist immer gut, wenn wir regieren statt der anderen.“ Die Ergebnisse der Sondierungsgespräche trügen zumindest eine sozialdemokratische Handschrift. Deshalb sehe er kaum Gefahr, dass die SPD wie ein Juniorpartner der Union wirke.

Bei Neuwahlen, das ist dem 40-jährigen Abgeordneten klar, würden die Sozialdemokraten nicht zulegen. Daher gelte es einen neuen Wahlgang ebenso zu vermeiden wie eine Minderheitsregierung der Union.

Künstlerisch begleitet wurde die Jahreseinstandsfeier von der Tanzgruppe „La Silhouette München“, einem Ausbildungsprojekt vom „Verein Junge Frauen und Beruf“. Man wolle damit auf die wichtige politische Rolle aufmerksam machen, die Frauen in der Politik haben, erklärte SPD-Ortsvorsitzender Steck.

Ergänzt wurde dies durch eine kleine Ausstellung, die auf die Ereignisse von 1918 (Abschaffung der Monarchie und Revolution in Bayern) zurückblickte. „Heike Lotterschmid würde uns dafür lieben“, bezog sich Magg auf die frühere FW-Stadträtin, die sich sehr für Frauenrechte einsetzte.hk

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