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Kassiererin betrügt ihren Arbeitgeber

Organisierter Ladendiebstahl in Germeringer Supermarkt

Germering - Mit einer neuartigen Form von organisiertem Ladendiebstahl in bislang nicht gekanntem Ausmaß ist die Germeringer Polizei in der letzten Novemberwoche konfrontiert worden: Eine Kassiererin und ein Ehepaar betrogen einen Supermarkt um schier unzählbare Waren. 

Den Stein ins Rollen brachte eine interne Geschäftsinventur des Supermarkts, die bei Kommissionsware der Marke Tschibo in einem Geschäftsjahr einen Differenzfehlbetrag von über 12 000 Euro zu Tage förderte. Das berichtet die Polizei in Germering. Somit stand unwiderruflich fest, dass sehr viele Waren nahezu aus der gesamten Angebotspalette dieser Kommissionsware, in erster Linie vor allem Damen- und Herrenoberbekleidung gestohlen worden sein mussten. 

Daraufhin wurden zusätzliche Videokameras im Eingangsbereich des Supermarktes zur Überwachung insbesondere des Kassenbereichs angebracht. Anhand dieser Aufnahmen konnte der 29-jährige Geschäftsführer des Marktes belegen, dass immer dieselbe Kassiererin eine bestimmte Putzfrau und deren Helfer mit vollgepackten Einkaufswagen ohne Bezahlung die Kasse passieren ließ. Zudem stellte sich bei der Überwachung heraus, dass auch Waren einfach in den „Putzwägelchen“ verstaut wurden und anschließend über den Personaleingang den Weg aus dem Geschäft nahmen. 

Die Tatzeiten lagen laut Polizei dabei stets zwischen 8 Uhr und 9 Uhr.  Um diese Zeit herrscht gewöhnlich noch wenig Betrieb im Geschäft. Für den Fall, dass sich auch andere Kunden im Kassenbereich einfanden, wurden sämtliche Waren auf das Förderband an der Kasse gelegt, um keinen Argwohn zu erregen. Von der Kassiererin wurden jedoch nur die billigen Artikel wie  etwa Klopapier oder Milchprodukte eingescannt und anschließend auch bezahlt. 

Die teureren Waren wanderten dagegen ungescannt und somit unbezahlt wieder zurück in den Einkaufswagen.

 Der Geschäftsführer entschloss sich deshalb am 23. November zunächst dazu, gegen eine 38-jährige Angestellte Anzeige zu erstatten. Er bat dabei um Unterstützung bei der Germeringer Polizei, um auch die Angestellten der betreffenden Putzfirma auf frischer Tat dingfest machen zu können. 

Am 25. November erfolgte dann eine konzentrierte Aktion der Germeringer Zivilbeamten in dem genannten Supermarkt. Um 9 Uhr erfolgte der polizeiliche Zugriff und sowohl bei der 38-jährigen Kassiererin des Supermarktes als auch bei einer 44-jährigen türkischen Putzkraft und ihrem 49-jährigen Ehemann klickten die Handschellen. 

Die 44-jährige Putzfrau hatte an diesem Tag Waren im Wert von rund 500 Euro in zwei Einkaufswagen unbezahlt aus dem Markt gefahren und anschließend ihrem wartendem Ehemann auf dem Parkplatz übergeben. 

Dieser war gerade dabei, die gestohlenen Produkte in einen Audi Q5 zu verstauen, als „diesem Tun ein abruptes Ende bereitet wurde“, wie Andreas Ruch von der Germeringer Polizei schreibt. Die beschuldigte Putzfrau räumte in ihrer ersten Vernehmung ein, seit mindestens drei Monaten mit Hilfe der Kassenkraft Waren aller Art aus dem Markt gestohlen zu haben. 

Die beschuldigte Kassiererin schätzte in ihrer ersten Vernehmung den Wert der mit ihrer Hilfe gestohlenen Waren noch auf einen fünfstelligen Betrag ein. Mittlerweile räumt sie in einer schriftlichen Stellungnahme ihres Rechtsanwalts nur noch weitaus geringere Beträge von Waren ein, die an ihrer Kasse vorbeigeschmuggelt worden waren, berichtet die Polizei. Nach Aussage der beschuldigten Putzfrau soll die Kassiererin sich stets einen Teil der gestohlenen Ware im Anschluss von den jeweiligen Ladendieben aushändigen haben lassen.

Bei  Wohnungsdurchsuchungen sei weiteres Diebesgut zum Großteil noch in Originalverpackung sichergestellt worden. Nach Angaben des beschuldigten türkischen Ehepaars wurde jedoch ein Großteil des Diebesguts kurz vor der Durchsuchung in die Türkei zu Verwandten gebracht. Bei den sichergestellten Artikeln handelt es sich um Kinderoberbekleidung, Herrenunterwäsche, Herren-und Damenoberbekleidung, elektronisches Gerät, Haushaltsartikel, kosmetische Erzeugnisse sowie sonstige Gebrauchs-/Verbrauchsartikel aus dem Sortiment des genannten Kaffee-Anbieters.

Die Ermittlungen zur genauen Höhe des angerichteten Diebstahlschadens und zur genauen Anzahl der involvierten Ladendiebe dauern derzeit noch an.

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