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„Meditation kann auch beschwingt Freude ausdrücken“, sagt Sieglinde Nubert (Bildmitte, mit Brille). Die 61-jährige Olchingerin bietet regelmäßig Tanzkurse in der Fasten-, Oster- und Adventszeit an.

Kurs zu den Feiertagen

Ostertanz ist wie Beten mit den Füßen

Olching/Gröbenzell - Ostern ist mehr als Hochamt und Wachen am Feuer: Sieglinde Nuberts meditative Ostertänze spüren mit besonderen Schrittfolgen der Ostergeschichte nach und sind dabei mal besinnlich, mal fröhlich. Aber wie genau sieht das aus?

Es geht nach vorne, nach hinten, auf die Seite, zur Mitte oder über Kreuz. Allzu schwer sind die Schritte nicht. Bald haben alle im Kreis die Bewegungen verinnerlicht. Die konzentrierten Tänzer kommen zur Mitte, fassen sich an den Händen, bewegen sich nach rechts, der aufgehenden Sonne und dem göttlichen Licht entgegen. Die Gemeinschaft mit den anderen Tänzern spielt dabei genauso eine Rolle wie das eigene Empfinden.

Vor rund 20 Jahren hat Sieglinde Nubert mit dieser Art des Tanzens begonnen. Schon immer schätzte sie Meditation und Bewegung zur Musik, doch die Kombination aus beidem sprach die Olchingerin besonders an. Die Vorsitzende der Ortsgruppe des Katholischen Deutschen Frauenbunds hat auch für den Bayerischen Landesverband schon viele Schulungen unter dem Motto „Tanz als Meditation“ geleitet und anderen den Zugang zum meditativen Tanz gezeigt.

Damit auch andere bei ihren Kursen zur inneren Mitte finden können, leitet die 61-Jährige bei den Treffen die Schritte an und erklärt, was sie bedeuten. So kann jeder ohne Vorkenntnisse mitmachen und verstehen, was die Bewegungen darstellen.

Ein Beispiel: Das Vorwärtsgehen steht für das Leben, das ebenfalls Nach-vorne- oder Vorangehen steht außerdem für das Unterwegssein. Rückwärts gerichtete Bewegungen sind Rückschritte – das Leben geht nicht immer geradlinig voran. Kreuzschritte symbolisieren Momente, in denen auch das Leben durchkreuzt wird und der Tänzer Belastungen und Sorgen Ausdruck verleiht. Die Kombination dieser Elemente zum Tanz im Kreis fügt Gegensätzliches zusammen – wie sich nach Ansicht von Sieglinde Nubert auch für viele Menschen das Leben in all seiner Vielfalt darstellt.

Aus einigen solcher elementaren Schritte setzt sich ein Kreistanz zusammen, der in Kombination mit der Musik Kirchenfeste bewusst erleben lässt. Denn nicht nur eigene Erlebnisse, sondern auch Geschichten lassen sich mit den meditativen Schrittfolgen ausdrücken und reflektieren. Für Sieglinde Nubert ist das wie „Beten mit den Füßen“. Demnächst wird sie mit einem Kurs die Ostergeschichte tanzen.

Einleitend liest sie einen kurzen Text vor, dann lässt sie die Musik sprechen. „Dabei kann ich viel vertiefen, verinnerlichen und verbinden“, erklärt die Olchingerin. Ein häufiges Vorurteil gegen meditatives Tanzen ist, dass es nur ruhiges Dahingleiten ist. Nubert weiß es besser: „Meditation ist nicht immer nur ruhig. Sie kann auch beschwingt Freunde ausdrücken, zum Beispiel durch Gebärden oder Bewegungen mit den Armen.“ So auch am Ende der Ostergeschichte, wenn die Gruppe sich im Tanz freut, dass Jesus auferstanden ist.

Dass sich die Tänzer so tief in die Geschichte einfühlen können, liegt laut Nubert nicht nur an den Schritten: „Musik macht das mit jedem von uns“, ist sie überzeugt. Sie bewege in jedem Menschen etwas und könne auch die Gemeinschaft anstoßen. „Dabei kann man ganz viel erleben.“

Oft begrüße sie in ihren Kursen Teilnehmer, die abgehetzt und müde zur Meditation kommen. Danach gingen sie entspannt und ruhig nach Hause. „Denn das Meditieren verändert sie innerlich“, so Nubert begeistert. Sie möchte, dass das Erlebnis in den Teilnehmern nachwirkt. Musik und Miteinander sollten die Mittänzer auch nach der gemeinsamen Stunde in ihrem Leben weitertragen.

Der meditative Ostertanz findet am Montag, 4. April, von 19.30 bis 21 Uhr im Kardinal-Döpfner-Saal des katholischen Pfarrzentrums von St. Johann Baptist, Kirchenstraße 16 b, in Gröbenzell statt. Veranstalter ist das Forum Gröbenzell.

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