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Sie stabilisieren das Mauerwerk: Erst werden Zuganker in vorbereitete Bohrungen gesetzt. Später wird die Füllmasse aus Zement reingespritzt.

Erster Teil der Sanierung abgeschlossen

St. Ottiliens Mauern stehen wieder sicher

St. Ottilien - Aufatmen in der Erzabtei St. Ottilien: Die Risse in den Stützpfeilern wurden gefüllt und das Mauerwerk stabilisiert. Die Standsicherheit des über 100 Jahre alten Gebäudes ist damit wieder hergestellt.

Baustatische Untersuchungen hatten gezeigt, dass die in Schüttbetontechnik errichteten Stützmauern marode waren. Feuchtigkeit war eingedrungen, der Frost hatte Risse aufplatzen lassen. Eine drohende Schließung ihrer Kirche wollten die Mönche aber unbedingt vermeiden, denn sie ist der räumliche und spirituelle Mittelpunkt der Gemeinschaft.

Unverzüglich wurde die Sanierung in die Wege geleitet, doch bis der erste Bautrupp anrücken konnte, verging noch einmal fast ein Jahr. Weitere Untersuchungen, die detaillierte Planung und Erstellung des Leistungsverzeichnisses, die Abstimmung der Maßnahmen mit Behörden und Zuschussgebern, schließlich noch die Ausschreibung – all das zog sich. Im September konnten schließlich die Arbeiten beginnen.

Drahtgeflecht stabilisiert die Mauern

Um das Mauerwerk zu stabilisieren, wurden Zuganker in vorbereitete Bohrungen gesetzt und die Risse mit einer Masse aus feinstem Zement injiziert. Von der ursprünglichen Überlegung, Epoxidharz zu verwenden, sei man während der Planungen abgekommen, so Bruder Odilo. Zement erwies sich in Sachen Elastizität und Ausdehnung als besser geeignet und auch als kostengünstiger. Insgesamt wurden rund 850 Kilo in die Mauern hineingepresst.

Anschließend wurden als Bewehrung Drahtgeflechte auf die Stützpfeiler gesetzt und eine fünf Zentimeter dicke Schicht aus Spritzbeton aufgetragen. Sie stabilisiert die Mauern zusätzlich, dient als Witterungsschutz und auch der Optik, denn der Beton sieht ähnlich aus wie die alten Mauern. „So wird die Maßnahme möglichst wenig augenfällig und passt in den historischen Kontext“, sagt Odilo Rahm. Dies ist auch im Sinne des Denkmalschutzes. Gute zehn Prozent der für die Sanierung veranschlagten eine Million Euro seien für diesen ersten Teil des ersten Bauabschnitts verbraucht worden.

Im kommenden Frühjahr gehen die Arbeiten am westlichen Vorbau der Kirche, dem sogenannten Vorzeichen, weiter. In einem zweiten Bauabschnitt sollen später weitere Stabilisierungsarbeiten vorgenommen und die Regenentwässerung der Kirche verbessert werden. (os)

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