Die Tage des Squash-Palasts sind gezählt. foto: Peter weber

Ein Hotel entsteht

Ein Palast wird abgerissen

Fürstenfeldbruck – Eine Brucker Institution wird wohl nicht mehr allzulange stehen: Der Squash-Palast schließt in absehbarer Zeit seine Pforten für die Sportler und andere Gäste. An seiner Stelle soll ein Hotel entstehen.

Auch wenn es nicht von heute auf morgen zu Ende geht: Der Abschied ist eingeläutet. Denn im Planungs- und Bauausschuss wurde grünes Licht für einen Vorbescheid des geplanten Hotels gegeben. Das heißt, der Investor, der den Abriss und Neubau realisieren würde, kann seine Planungen vorantreiben und nun mit den bisherigen Eigentümern in Verhandlungen treten.

Mindestens ein Jahr dürfte der Squash-Palast aber noch stehen, schätzte Wolfgang Brückner, einer der Eigentümer, auf Tagblatt-Nachfrage (siehe Kasten). 50 Zimmer soll das neue Hotel dann haben, welches mit zwei Geschossen geplant ist. Der Investor setze auf eine Nutzung durch die vielen Geschäftsleute, die in München und Umland auf Geschäftsreise seien, war im Ausschuss zu hören.

Unter anderem wegen diesem Umstand und weil der S-Bahnhof Buchenau direkt vor der Haustüre liegt, wurde im Vorbescheid um eine Befreiuung bezüglich der Stellplätze gebeten: Eigentlich wären 31 Parkmöglichkeiten vorgeschrieben, aber nur 21 sind in der Tiefgarage und oberirdisch eingeplant.

Die Verwaltung, die die Befreiung befürwortete, wies noch darauf hin, dass in einer alten Stellplatzsatzung für Hotels in Bahnhofsnähe noch niedrigere Vorgaben gestanden hatten.

Die Stellplatz-Befreiung war das einzige Kriterium, bei dem einige Stadträte nicht mitgehen mochten. Markus Droth (CSU) zeigte sich skeptisch, ob die Hotelgäste alle mit dem öffentlichen Verkehr anreisen würden, besonders das Klientel der Geschäftsreisenden: „Die kommen in der Regel mit dem Auto.“ Er und vier weitere seiner Kollegen wurden aber von einer Mehrheit des Ausschusses überstimmt. Der Investor kann also sein Vorhaben wie geplant in Angriff nehmen.

Die Geschichte des Hauses

Mehr als 35 Jahre alt ist das Gebäude, das Wolfgang Brückner und sein Partner Peter Zoubek 1980 errichteten, um den Squash-Begeisterten auch in Bruck eine Heimat zu bieten. Auf die Idee war Brückner während eines Auslandspraktikums in Südafrika gekommen, als er dort der kleinen schwarzen Kugel hinterherjagte. Der Squash-Palast kam genau zur richtigen Zeit: Während des großen Booms in den 80ern herrschte dort durchgehend Betrieb. „Da sind wir überrannt worden“, sagt Brückner. Von frühmorgens bis spätabends waren die Courts im Untergeschoss belegt. Auch heute läuft das Squash-Geschäft ganz annehmbar, sagt Brückner.

Das Problem, warum das Gebäude trotzdem weichen muss: Die nötigen Investitionen für Sanierung und Erhalt, die die Eigentümer tätigen müsste, rentieren sich schlicht nicht mehr. „Das kriegen sie nie wieder zurück“, sagt Brückner. Ein Problem sei beispielsweise, dass dort nicht mehr so viele Veranstaltungen wie früher genehmigt sind. Brückner, der zu Beginn den Squash-Palast viele Jahre lang zusammen mit Peter Zoubek auch eigenhändig betrieb, ist natürlich nicht glücklich bei dem Gedanken an den Abschied: „Es tut mir auch in der Seele weh – aber es nützt nix.

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