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Zwei bewerben sich, nur eine darf mit: Lucia Kupczyk (l.) und Vanessa Bui.

Paralympics: Die Bogenschützin gibt nicht auf

Vanessas Kampf ums Rio-Ticket geht weiter

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Fürstenfeldbruck - Die Zeit läuft Vanessa Bui davon. Um doch noch ihr Ticket für die am 7. September in Rio beginnenden Paralympics zu bekommen, hat die Bogenschützin eine Rechtsanwältin eingeschaltet. Auch die mehrfache Paralympics-Siegerin Margit Quell aus Mammendorf ist aktiv geworden.

Gegenüber ihrer aus dem schwäbischen Laichingen stammenden Nationalmannschaftskollegin Lucia Kupczyk (53) hat Vanessa Bui (23) zwar die besseren Ergebnisse vorzuweisen. Allerdings: Bei dem einzig zugelassenen Vergleichswettkampf für die Nominierung im Frühjahr war Kupczyk die Bessere. Trotzdem geben sich die junge Bruckerin, ihr Heimtrainer Roland Graf und der bayerische Landesverband nicht geschlagen. Ihnen erscheint die Entscheidung, die von der Nominierungskommission am 31. Juli getroffen wurde, „weder plausibel noch fair“. Am Montag wird eine endgültige Entscheidung getroffen. Bis zum heutigen Samstag, 17 Uhr, hat die Anwältin dem Präsidium des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) eine Frist für eine Erklärung gesetzt.

Die Vergleichszahlen von Vanessa Bui, Lucia Kupczyk und Karina Granitza (Soest), der drittbesten deutschen Bogenschützin.

Mittlerweile ist Matthias Meudt, der Gatte der bei der Nominierung bevorzugten Kupczyk, von seinem Amt als Team-Manager zurückgetreten. Ihm und Bundestrainer Matthias Nagel (Hamburg) wird in einem dreiseitigen, dem Tagblatt vorliegenden Schreiben vorgeworfen, die von Bui abgelieferte „konstante Leistung auf sehr hohem Niveau“ zu ignorieren. Wie aus der Statistik hervorgeht, war Kupczyk lediglich bei der EM in Frankreich besser. Dort gewann sie gemeinsam mit Bui und Karina Granitza (Soest) den Mannschaftstitel.

Im Mai wurde der Brucker Studentin dann vom Bundestrainer empfohlen, ein Urlaubssemester einzulegen, um die Chance für Rio zu nutzen. Was für die 23-Jährige auch den Verzicht aufs Bafög bedeutete. Und, so Bui: „Innerhalb von zwei Jahren konnte ich mich auf Platz 16 der Weltrangliste vorkämpfen, während Lucia abgefallen ist.“

Immer noch mehr als ein Fünkchen Hoffnung

Nun hat sich auch Margit Quell in die Affäre eingeschaltet. Die mehrfache Goldmedaillengewinnerin aus Mammendorf ist Mitglied im dreiköpfigen höchsten Rechtsausschuss des DBS. Die SPD-Kreisrätin und -Sportreferentin hält es für „durchaus wahrscheinlich“, dass sich das DBS-Gremium noch mit dem Fall befassen wird – unabhängig von der Nominierungsfrist am 15. August. Dann müssten Bundestrainer und Bogensport-Funktionäre ihren Qualifikations-Modus erklären und begründen. Nachdem bereits mehrere ähnliche Fälle anhängig waren, hat sich der Ausschuss selbst eine Urlaubssperre auferlegt.

Der Sportdirektor des DSB, Frank-Thomas Hartleb, hat mittlerweile erklärt: „Der Bundestrainer konnte darlegen, dass Vanessa Bui Eigenschaften wie Durchsetzungsfähigkeit und zielgerichtete Konzentration gepaart mit einem Kontrollverlust ihrer Bewegungsabläufe vermissen lässt.“ Die Bruckerin ist teilweise gelähmt, sitzt aber nicht wie Kupczyk im Rollstuhl. Die Einschätzung des Bundestrainers habe die Nominierungskommission letztlich dazu bewogen, der Bogenschützin aus Laichingen den Vorzug zu geben.

Die nun eingeschaltete Rechtsanwältin argumentiert, dass sich diese Kriterien spätestens seit einem internationalen Wettkampf in Nove Mestro (Tschechien) geändert hätten. Dort war Kupczyk im Gegensatz zu Bui bereits in der ersten Runde ausgeschieden. „Weswegen dieses zum Ende des Nominierungszeitraums erzielte Ergebnis höhere Aussagekraft hinsichtlich der Chancen bei den Paralympics hat.“ Die Justitarin geht in ihrem Beschwerdeschreiben an den Verband auch auf die familiären Bande zwischen Lucia Kupczyk und Team-Manager Matthias Meude ein. Zur Sprache bringt die Anwältin ferner eine Aussage der schwäbischen Bogenschützin in der lokalen Presse, wonach sie nach den Paralympics ihre Karriere beenden wolle. „Sollte der Start in Rio aus reiner Verbundenheit ermöglicht werden, ist dies sicherlich ein hehrer Ansatz, kann jedoch keine Basis für eine legitime Ermessensentscheidung sein“, heißt es in dem Schreiben.

Roland Graf hat deshalb immer noch mehr als nur ein Fünkchen Hoffnung. Während Vanessa Bui bei einem Ruderwochenende in Nürnberg abschaltet, hat der Olchinger zwei nervenaufreibende Tage vor sich.

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