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Noch steht an der Landsberger Straße das leer geräumte Autohaus Moser. Wenn der Bebauungsplan beschlossen ist und umgesetzt wird, entstehen hier 138 Wohnungen.

Parkplatzstreit verzögert Wohnbaupläne

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Germering – Die Aufstellung des Bebauungsplans für das Areal an der Landsberger Straße, auf dem noch das Gebäude des Autohauses Moser steht, ist ins Stocken geraten. Der Stadtrat verschob den anstehenden Billigungsbeschluss, weil es noch Unklarheiten über die Zahl der notwendigen Stellplätze gibt.

Die Pläne eines Bauträgers, auf dem Areal zwischen der Landsberger Straße und dem Park&Ride-Platz des Bahnhofes Harthaus einen großzügigen Komplex mit 138 Wohnungen, einer Kinderbetreuungseinrichtung und Geschäften zu errichten, sind im Stadtrat relativ unstrittig. Im bisherigen Verlauf der notwendigen Aufstellung eines Bebauungsplanes war lediglich die Anzahl der Wohnungen, die nicht in den freien Verkauf kommen sondern sozial verträglich vergeben werden, in der Diskussion.

Jetzt kam ein weiterer Punkt dazu. Mehrere Stadträte hatten Probleme damit, dass der Bebauungsplan dem Bauträger erlaubt, vom Stellplatzschlüssel der Stadt abzuweichen. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, dass wegen der Nähe zum P&R-Platz auch bei Wohnungen mit über 50 Quadratmeter nur ein Stellplatz nachzuweisen sei – normal wären hier nach dem Schlüssel 1,5 Plätze.

FWG-Stadtrat Franz Hermannsdorfer wollte dies nicht mittragen und löste damit eine längere Diskussion aus. Eike Höppner (SPD) meinte, dass es ja eigentlich sinnvoll wäre, wenn mehr S-Bahn gefahren wird. Der Vorschlag des Bauamts könnte aber zu einer Belastung des P&R-Platzes führen. Sophie Schumacher (Grüne) regte an, die Grenze, ab der man 1,5 Stellplätze nachweisen müsse, im speziellen Fall von 50 auf 70 Quadratmeter hochzusetzen.

Der von der Stadt mit der rechtlichen Prüfung des Bebauungsplans beauftragte Jurist Gerhard Spieß wies die Stadträte darauf hin, dass der reduzierte Stellplatzschlüssel auch aus anderen Gründen gerechtfertigt sein könne: „Bei sozial gefördertem Wohnraum geht man von einer geringeren Zahl an notwendigen Stellplätzen aus.“

Soziale Mietpreise sollen her

OB Andreas Haas gab zu bedenken, dass beim Vorschlag der Verwaltung natürlich die Gefahr bestehe, dass die Anwohner ihr Auto auf dem P&R-Platz abstellten. Der Stadt gehe es aber auch darum, soziale Mietpreise zu erreichen. Und das sei mit zu vielen geforderten Tiefgaragenplätzen nicht möglich.

Peter Klotz (FDP) sprach sich für den Kompromiss von Sophie Schumacher aus und meinte: „Wie viele ihr Auto dann am P&R-Platz abstellen, wissen wir nicht.“ Gabriele Off-Nesselhauf (CSU) wollte dagegen nicht vom Stellplatzschlüssel abweichen: „Wir müssen eine Linie fahren.“

Auf Nachfrage von Eike Höppner erklärte Stadtbaumeister Jürgen Thum, dass der Bauträger nach dem Vorschlag der Verwaltung 136 Plätze nachweisen müsse. Nach dem Stellplatzschlüssen wären es eigentlich 187. Dies sei wahrscheinlich nur mit dem Bau von drei statt geplanter zwei Tiefgaragenebenen machbar.

Kathrin Schmidt (CSU) brachte einen weiteren Kompromissvorschlag ein. Der geltende Stellplatzschlüssel sollte nur auf die Wohnungen angewandt werden, die in den freien Verkauf kommen. Für die sozial geförderten Einheiten könnte man dann den reduzierten 1:1-Schlüssel anwenden.

Agnes Dürr (Grüne) sah dies ganz anders: „Die Zahl der Autos je Wohnung wird sowieso zurück gehen.“ Der reduzierte Schlüssel der Verwaltung reiche also völlig aus.

OB Andreas Haas schlug letztlich vor, die Entscheidung zu vertagen und bis zur nächsten Sitzung des Bauausschusses weitere Informationen vom Bauträger einzuholen. Über den Bebauungsplan wird der Stadtrat dann erst im November entscheiden.

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