Auf der Fliegerhorstlinie

Pendler sauer: Busfahrer lehnt Kupfergeld ab

Fürstenfeldbruck - Trotz Handy-Ticket: Viele Pendler möchten im Bus auch mit Münzen bezahlen. Prinzipiell ist das möglich – auch mit Kupfergeld. Nur akzeptiert das nicht jeder Busfahrer.

Ein Brucker freute sich vergangene Woche, als er in die Linie 815 stieg und dem Busfahrer genau 1,40 Euro für die Kurzstrecke in die Hand drückte. Er hatte den Betrag extra abgezählt. Problem: Es waren auch zwei Kupfermünzen darunter. Die wollte der Busfahrer partout nicht annehmen. Der Brucker bekam seine 1,40 Euro zurück.

Jetzt musste er mit seinem 20-Euro-Schein bezahlen. Das dauerte länger und war deutlich umständlicher. Weil das Geldwechseln recht lange dauerte, fuhr der Busfahrer schon los, bevor der Brucker bezahlt und sich einen Platz gesucht hatte – eine gefährliche und unnötige Situation, wie der Fahrgast findet.

Klare Regeln

Tatsächlich gibt es klare Regeln, was die Verwendung von Münzen beim MVV angeht. „Das Beförderungsentgelt soll abgezählt bereitgehalten werden“, heißt es in den Allgemeinen Beförderungsbedingungen. Grundsätzlich ist die Bezahlung mit Kupfergeld im Bus möglich. Allerdings gibt es zwei Einschränkungen: Der Fahrer ist nicht verpflichtet, Beträge über 20 Euro zu wechseln. Außerdem kann er die Annahme von mehr als 20 Münzen verweigern.

Busunternehmen könnten auch zusätzliche Vorschriften aufstellen, die zum Beispiel die Annahme von Kupfergeld verbieten. Hermann Seifert, der im Landratsamt für den ÖPNV zuständig ist, sind aber keine Unternehmen im Landkreis bekannt, die die Bezahlung mit einem, zwei oder fünf Cent ablehnen.

Kein Ticketverkauf bei rollendem Bus

Auch Wolfgang Riedlinger kann sich die Reaktion seines Mitarbeiters nicht erklären. Sein Unternehmen Busverkehr Südbayern bedient die Linie 815. „Warum er die zwei Kupfermünzen bei einem Betrag von 1,40 Euro verweigert hat, kann ich nicht sagen. Gerade unter Zeitdruck ist es ja gut, wenn er nicht extra wechseln muss.“ Ihm fällt kein Grund ein, warum sein Fahrer sich hier quergestellt hat.

ÖPNV-Experte Hermann Seifert hat andere Erfahrungen gemacht: „Ob die Busfahrer generell Kupfergeld akzeptieren, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.“ Busfahrer müssten oft spontan entscheiden, ob sie Kleingeld annehmen. Viele wollten vermeiden, dass sie zu viele Münzen in der Kasse oder dem Geldbeutel haben. Hermann Seifert plädiert für gegenseitiges Verständnis. Dass der Fahrer nicht mehrere Male hintereinander 140 1-Cent-Stücke entgegennehmen könne, sei klar.

Zu den Regeln gehört aber auch: Ein Fahrer darf kein Ticket verkaufen, wenn der Bus schon fährt. Um solche Situationen zu vermeiden, bittet Hermann Seifert MVV-Nutzer, auf die Handytickets umzusteigen, die schon vor der Fahrt gekauft werden können. So könnte das lange Warten beim Kartenerwerb vermieden werden, außerdem gebe es keine Probleme beim Wechselgeld oder dem Abzählen.

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