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Perspektivwechsel: Mit Humor der Demenz entgegentreten

Puchheim – Für so ein ernstes Thema wurde ziemlich viel gelacht im Pfarrheim. Denn mit Markus Proske trat beim Puchheimer Podium ein „Demenz-Berater“ auf, der sich gleichzeitig als „Humortherapeut“ versteht.

Mit seiner Art der Alten-Begleitung war er inzwischen in 16 Heimen vor allem im Schwäbischen tätig, aber er war auch schon im Egenhofener Seniorenzentrum eingeladen. Und Proske verstand es, auch ein knapp 50-köpfiges Publikum – darunter augenscheinlich viele betroffene Angehörige – mit seinem Vortrag über die Altersverwirrtheit, die mehr ist als nachlassende Gedächtnisleistung, zu amüsieren. Beispiel: „Vergesslich ist, wer die Hose nach dem Pinkeln nicht zumacht. Dement ist, wer sie vorher nicht aufgemacht hat.“

Der gelernte Metzger, der erst spät zu einer sozialen Tätigkeit fand, versteht sich zwar als „Sonnenkind“, aber nicht als Clown, der zwanghaft für gute Laune sorgen muss. Von den erheiternden Einsprengseln abgesehen, beschäftigte er sich sehr ernsthaft mit dem Thema. Ob Krankheit oder biologische Notwendigkeit – Demenz bedeutet eine bittere, unaufhaltsame und degenerative Veränderung des Gehirns. Überbleibende „Inselleistungen“ sind dabei nicht ausgeschlossen, wie das auch für Proske erstaunliche Beispiel veranschaulicht, von dem eine Zuhörerin erzählte. Ihre Großmutter kann kaum mehr drei Worte sprechen, fuhr kürzlich aber noch mit dem Auto.

Was tun dagegen, außer früh sterben, denn Demenz tritt bei unter 70-Jährigen kaum auf? Der Berater empfahl Bewegung („Turne bis zur Urne“), gesunde Ernährung, geistige Tätigkeit, denn das Gehirn bleibt bis zum Tod „plastizide“. Und viel sozialen Austausch, der anders als diese Vorsorgemaßnahmen auch dann noch hilft, wenn die Gehirnfunktionen schon empfindlich gelitten haben. Denn: „Unser Herz wird nicht dement“. Proske erzählte von zwei Dementen im Heim, die sich ineinander verliebten und heiraten wollten, bis sich herausstellte, dass sie schon mal geschieden waren. Der ganze quälende Alltag von früher war vergessen, das einstige tiefe Gefühl offenbar nicht.

Für die mitleidenden Angehörigen empfahl der Therapeut, einen Perspektivwechsel zu versuchen, bei dem eben auch Humor helfen könne. Denn ein Paar Pantoffeln im Kühlschrank könnte man ja auch so interpretieren, dass der Träger Schweißfüße hat oder wegen seiner schlechten Augen eben einen beleuchteten Schuhschrank braucht. Offen blieb nur, wie weit der Humor noch im Endstadium durchdringen kann, Proske setzt dann auf die verbleibenden „non-verbalen Signale“ von Freundlichkeit und Zuwendung.

Auch den Wunsch nach dem Tod müsse man nicht immer ganz so ernst nehmen, findet der Humorexperte. Einer älteren Dame empfahl er mal im Scherz, doch einfach in die Donau zu hüpfen, wenn sie ständig vom Sterben rede. Sie könne doch gar nicht schwimmen, erwiderte die Frau. Aber auch nach dem Ende bleibt noch Raum zum Lachen. Ein Cartoon zeigte einen Grabstein mit dem Text „Hier ruht Salvatore, der Hütchenspieler“. Die beiden Steine links und rechts daneben tragen jeweils die Aufschrift „Oder hier“. 

Olf Paschen

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