Ihr ganzer Stolz: Hoch auf dem antiken Holzschlitten thront Sylvia Maio. Die Grafratherin hat das Gefährt im Internet gekauft. Wenn genug Schnee da ist, werden die Pferde angeschirrt. Foto: tb

Pferdefreundin erfüllt sich Schlitten-Traum

Grafrath - Fast lautlos gleitet der Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft. Für zwei Grafrather soll dieser Traum wahr werden. Den passenden Schlitten dafür haben sie schon.

Alles fing mit einem eigentlich viel zu dunklen Foto in einer Kleinanzeige im Internet-Auktionshaus eBay an. Der antike Schlitten war darauf nur schwer zu erkennen. Trotzdem hat sich Sylvia Maio gleich in das Gefährt verguckt. „Besonders die Schmiedearbeiten am Schlittenrahmen haben mir gefallen“, sagt sie. Kurzerhand nahm sie mit dem Verkäufer Kontakt auf. Nun ist die 53-Jährige stolze Besitzerin des Pferdeschlittens.

Die Idee, sich ein solches Gefährt zuzulegen, erwuchs aus ihrem großen Hobby, der Reiterei. Sylvia Maio züchtet Pferde und hat selbst sechs spanische Rösser. Sie ist zudem Anhängerin der akademischen Reitkunst, einer eher barock-verspielten Reitszene, die auf ganzheitliches Training setzt. „Da passt ein Pferdeschlitten mit Glöckchen einfach gut dazu“, sagt sie. Allerdings stand der Kauf eigentlich noch gar nicht jetzt auf der Agenda. Doch dann entdeckte sie die Kleinanzeige im Internet.

Wie alt der Schlitten genau ist, weiß Sylvia Maio nicht. „Das Baujahr ist angeblich so um 1900 rum“, sagt sie. Im Endeffekt ist es ihr aber nicht wichtig, dass der Schlitten antik ist. Vielmehr kommt ihr schon die eher seltene Muschelform entgegen, die inklusive Bock für den Schlittenführer und eines so genannten Lakeiensitzes am hinteren Ende sechs Personen Platz bietet. Für die Patchworkfamilie - die Maios haben sechs Kinder - ist das nicht zu groß. Denn der Nachwuchs freut sich schon jetzt auf winterliche Ausflüge.

Zuletzt stand der Schlitten im Speicher einer Scheune in Erxleben, einem Stadtteil von Osterburg in Sachsen-Anhalt. Den weiten Weg vom Norden der Republik nach Grafrath legte der Schlitten nicht auf den eigenen Kufen, sondern im Kleintransporter einer Umzugsfirma aus Schmiechen zurück. Jetzt steht er in der Garage.

Bis die Familie allerdingsmit ihrem Gefährt durch die Brucker Winterlandschaft gleiten kann, dauert es noch ein bisschen - und das liegt nicht am mangelnden Schnee. Der Schlitten muss erst noch für seinen Einsatz fit gemacht werden.

Denn die lange Zeit auf dem Speicher ging nicht spurlos am Material vorbei. Rahmen und Schrauben haben Rost angesetzt. Dem rücken die Maios mit einem Sandstrahler zu Leibe. „Den haben wir ebenfalls per Kleinanzeige gefunden und gekauft“, erzählt Sylvia Maio. Immerhin hat das Holz eine gute Substanz. „Das ist eine alte Eiche“, weiß die Besitzerin. Ihr Mann Friedhelm will den Schlitten alleine herrichten - zumindest soweit möglich. „Fürs Lackieren haben wir aber jemanden an der Hand“, sagt die Grafratherin. Allerdings fehlen einige Verzierungen am Rahmen „Wir suchen einen Handwerker, der das nachbilden kann.“ Viel Arbeit, die aber möglichst noch diesen Winter fertig werden soll. „Mein Mann ist ehrgeizig“, so Sylvia Maio. „Und weil es bei uns ja oft bis in den März rein schneit, hoffe ich schon, dass wir diesen Winter noch damit fahren können.“

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