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Chor und Solisten spielen perfekt zusammen und meistern musikalische und szenische Herausforderungen.

Philharmonischer Chor führt Opern-Rarität auf

Die Perlenfischer begeistern

Fürstenfeldbruck - Zu seinem 40. Geburtstag gönnt sich der Philharmonische Chor Fürstenfeld eine Opern-Inszenierung: Die eher unbekannten Perlenfischer von Georges Bizet.

Der Philharmonische Chor Fürstenfeld und das Akademische Sinfonieorchester München präsentieren im Stadtsaal eine sehenswerte Oper mit viel Dramatik und Emotion. Orchester, Chor und Solisten harmonierten perfekt.

Anders als Bizets bekannteres Werk „Carmen“ spielen seine „Perlenfischer“ in der weiten Ferne, auf der Insel Ceylon, dem heutigen Sri Lanka. Im Zentrum des Zweiakters steht eine verworrene Liebesgeschichte. Perlenfischer Zurga (Johannes Wollrab) wird zum Dorfobersten gewählt. Bei der Zeremonie erscheint Jäger Nadir (Yasuharu Nakajima), sein alter Freund. Doch die Freundschaft ist auf eine Probe gestellt worden, denn beide verliebten sich einst in Leila (Soomin Yu). Per Schwur entschieden sich die Männer für die Freundschaft, doch Nadir hielt heimlich die Verbindung zu Leila, die nun Priesterin werden soll.

Viel Gefühl und Dramatik

Am eindrucksvollsten zeigt sich die Liebesbeziehung im zweiten Akt. Dunkles Horn, sanfte Oboen und helle Violinen verbinden sich mit dem weichen Sopran Soomin Yus. Überzeugend spielt sie die junge Leila. Mit vollem Gefühl und in höchste Höhen singt Yu klar und zeigt Liebesschmerz, der in einer kurzen A-Capella-Sequenz seinen Höhepunkt findet. Nun tritt Nadir, besetzt durch Tenor Yasuharu Nakajima, auf die Bühne. Yu und Nakajima harmonieren im Duett zu hellen Harfenklängen. „Was kümmert mich der Schwur“, singt Nadir und geht auf Leila zu. Sie stößt ihn weg: „Ach rette doch dein Leben!“ Doch gegen die Liebe ist das Mädchen machtlos. Sie gehen aufeinander zu, Nadir nimmt Leilas Hand. Ein Kuss. 

Das Todesurteil

Der Priester Nourabad (Bass: Marcelo de Souza Felix) hat sie beobachtet. Pauken, schnelle Violinen, helle Trompeten erklingend passend zu den grellen Lichtblitzen auf dem Bühnenhintergrund. Eine dramatische Gewitterstimmung. Der Chor, der die Dorfgemeinschaft repräsentiert, entwickelt sich zu einem mächtigen Stimmenmeer. Im kräftigen Bass schildert Nourabad die Situation der Gemeinschaft und Zurga. Der ist voller Wut, dass sein Freud den Treueschwur gebrochen hat: „Befehl sofort. Tod sofort…“ Pauken und Piccoloklänge stechen aus dem Orchester hervor. Doch hadert Zurga mit der Vollstreckung des Todesurteils. Gefühlvoll und mit spürbarer Verzweiflung singt Wollrab: „Nadir dein harter Tod…Oh Nadir mein Freund…Warum muss ich dein Richter sein?“ Nun setzt der mehrstimmige Chor mit Wechselspiel der dunklen Männer- und hellen Frauenstimmen ein. Blechbläser dominieren das Orchester. Dem Tode geweiht, stehen Nadir und Leila mit verbundenen Augen vor dem Galgen. In einem emotionalen Duett singen beide „Lasst uns voller Liebe sterben.“ 

Chor, Solisten und Musiker in Harmonie

Sehr schön ist hier, wie im ganzen Werk, das Zusammenspiel zwischen Schauspielelementen und der eigentlichen Opernhandlung. Eine gute Regiearbeit von Dieter Reuscher. Auch das schlicht gehaltene Bühnenbild von Peter Sommerer überzeugt: drei schwarze Schiffe vor einer dunkelblauen Wand, die sich je nach Stimmung rot und weiß färbt. Präzise auf den Gesang abgestimmt führt Carolin Nordmeyer das Orchester durch den Abend. Besonders die warmen Töne der Holz- und Blechbläser und die sanften Klänge der Violinen treten hervor. Auch die Performance des Historienspiels Fürstenfeld überzeugt. Schön anzusehen sind die detailgetreuen Kostüme der Solisten. Sichtlich gefallen hat die Inszenierung dem Publikum im voll besetzten Stadtsaal. Es klatscht zum Abschluss zehn Minuten Beifall. Die Oper ist das Ideale für einen lauen Sommerabend.

Weitere Aufführungen sind am Freitag und Samstag, 24./25. Juli um 19 Uhr sowie am Sonntag, 26. Juli, um 16 Uhr im Stadtsaal. (hub)

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