Mann droht mit Bomben: Entwarnung nach Großeinsatz in München und Ingolstadt

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Trophäe vom Ramadama: der vierjährige Fabian hat ein kleines Spielzeugauto gefunden.

Planie-Anwohner entmüllen ihr Viertel

Puchheim – Vermüllt, verdreckt, verwahrlost: Die Wohnsiedlungen der Planie haben ihren schlechten Ruf auch aufgrund des vielen Abfalls, der dort herumliegt. Deshalb hat die Stadt neben dem allgemeinen Ramadama im Frühjahr eine eigene Herbst-Säuberung rund um Heuss-, Kennedy- und Adenauerstraße organisiert.

Noor, Manal Hndawy und Alaa Alnakdali gehen beim Ramadama in der Planie mit gutem Beispiel voran.

50 freiwillige Helfer nahmen an der Aufräumaktion teil. Nach zwei Stunden waren 25 große blaue Müllsäcke voll und die Spielplätze und Grünflächen zwischen den Wohnblocks frei von Unrat. Bauhofmitarbeiter transportierten den Abfall später ab. „Wir haben von Autoreifen bis hin zu Blumenkübeln allerlei gefunden“, erzählte Martin Kulzinger vom Quartiersmanagement Soziale Stadt. „Auffällig war der hohe Anteil an Plastikmüll.“

Er und seine Mitstreiter wollen gemeinsam für und mit den Bewohnern etwas im Wohnviertel Planie bewegen. „Es gab Beschwerden, weil es mit der Mülltrennung nicht immer funktioniert und auch, weil die Grünflächen oft verschmutzt sind“, sagte Kulzinger. Gemeinsam mit einer Bewohnergruppe setzte man sich an einen Tisch und Besprochenes in die Tat um. Denn das Quartiersmanagement will die Anwohner zusammenzubringen, sie motivieren, gemeinsam etwas zum Positiven hin in der Planie zu verändern. „Es geht darum, miteinander etwas für dieses Wohnviertel zu bewegen“, so Kulzinger. Und es geht auch darum, eines zu zeigen: Es wird nicht nur gemeckert, es wird auch angepackt.

Nach zwei Stunden Saubermach-Aktion bekamen die freiwilligen Helfer als kleines Dankeschön einen multikulturellen Imbiss – und es wurden Fairtrade-Produkte verlost. „Das Buffett war recht schnell und restlos weg“, erzählte Kulzinger.

So mancher der ehrenamtlichen Helfer war schon während der Säuberungsaktion für sein Engagement belohnt worden. So jubelte beispielsweise der vierjährige Fabian: „Ui, ich habe ein Spielzeugauto gefunden.“ Das wanderte natürlich nicht in den Müllsack, sondern wurde als Trophäe in die Tasche gesteckt.

Auch Eva Dörfler (l.) und Nachbarin Renate Zampiere helfen gerne mit, damit es im Wohnviertel schöner wird.

Ein paar Schritte weiter sammelten die zehnjährige Noor sowie Manal Hndawy und Alaa Alnakdali am Straßenrand Müll auf. Papierschnipsel und leere Dosen wandern in die großen blauen Müllsäcke. Auch Eva Dörfler (68) und ihre Nachbarin Renate Zampiere (75) – beide wohnen in der Kennedystraße – hatten sich mit Müllsäcken und Greifzangen bewaffnet.

„Das ist eine tolle Aktion und eigentlich auch eine rechte Gaudi“, meinten die zwei routinierten Helferinnen. Bei anderen Ramadama auf Puchheimer Flur hat Eva Dörfler schon recht Kurioses gefunden: „Matratzen, Autoreifen, ein Bettgestell und Bündel von Anzeigenblättern – es gibt ja nix, was es nicht gibt.“

Schulleiterin Rosmarie Ehm und ihre Stellvertreterin Brigitte Töpperwien hatten im Vorfeld in der Grundschule Süd Werbung für die Gemeinschafts-Aktion mit dem Stadtteilzentrum gemacht. „Das Prädikat Umweltschule soll ja schließlich nicht nur auf unserem Schild stehen – ich finde es einfach super, dass auch viele Kinder gekommen sind, die gar nicht in der Planie wohnen“, sagte Ehm.

Parallel zum Ramadama in der Planie gab es übigens eine weitere Mitmach-Aktion im Stadtteilzentrum: Kinder und Jugendliche beschäftigen sich mit Entwürfen für die Bemalung eines Müllhäusels. Dabei wurden sie von Thilo Klöck und Barbara Saatze vom örtlichen Kulturverein unterstützt. „So kommt nicht nur der Müll weg, sogar ein Müllhäusl wird schöner“, sagte Klöck.

Angi Kiener

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