+
Ben der traurige Bär.

Tierschutz

Zirkus-Bär Ben beschlagnahmt

Fürstenfeldbruck/Plattling - Kurz nach dem Ende seines Brucker Gaststpiels ist der österreichische Nationalzirkus Bär Ben los. Die Behörden haben das Tier beschlagnahmt. Zweifellos mit ausschlaggebend: Die Geschehnisse in Fürstenfeldbruck

Wegen des vom Stadtrat im Jahr 2014 erlassenen Verbots hatte der Zirkus von Tobias Knie Ben den Bären und seine Affen nicht in die Kreisstadt mitgebracht. Die Tiere mussten also anderswo gehalten und versorgt werden.

So geschah, was man im Brucker Kreis-Veterinäramt zuvor schon befürchtet hatte: Der Bär, der nicht bei den Zirkusleuten sein durfte, musste seine Tage eingesperrt in einem Käfig verbringen – und auch das wurde dem Zirkus jetzt zum Verhängnis. „Anlass der Beschlagnahmung durch die Veterinärbehörde Deggendorf war, dass der Zirkus Alberti den Bären zwei Mal innerhalb von einer Woche allein zurückgelassen hatte“, berichtet die Tierschutzvereinigung Vier Pfoten. Das Tier sei in eine winzige Box in einem abgedunkelten Zirkuswagen eingesperrt und nur unzureichend versorgt gewesen. 

Während der Zirkus in Bruck gastierte, war der Bär zunächst von Treutlingen nach Gunzenhausen gebracht worden. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Wohnhäusern versuchten Zirkusleute, rund um den Käfig herum ein Außengehege zu improvisieren. Die Behörden im Landkreis Gunzenhausen-Weißenburg hielten dieses Gehege aber für nicht sicher. Bär Ben durfte es nicht betreten und sah die Welt weiter nur durch Gitterstäbe hindurch. 

Von Gunzenhausen nach Plattling

Dann wurde das Tier nach Plattling gebracht, wo die zuständige Kreisbehörde Deggendorf am Montag einschritt. Wo Ben nach der Beschlagnahmung letztlich bleiben wird, steht laut Vier Pfoten noch nicht fest. Die Affen, die der Zirkus besessen hatte, wurden schon vorher in eine Auffangstation gebracht. In Bruck hat Alberti seine Zelte am Montag abgebrochen. Sein Gastspiel war bis Sonntag genehmigt. Laut Vertrag mit der Stadt hat der Zirkus bis heute Zeit, den Volksfestplatz zu verlassen.

Bär Ben: Hier wird eine Tierschützerin attackiert

Rund um den Zirkus hatten sich in Bruck große Diskussionen entfacht – nicht nur wegen Bär Ben. Die Tatsache, dass der Zirkus Wildtiere besitzt, hätte ausreichen müssen, um ihm die Gastspiel-Genehmigung in Bruck zu verwehren, fanden Kritiker. Die Stadt hielt dagegen: Das Verbot greife nur dann, wenn ein Zirkus wirklich Wildtiere mitführe. Das sei in Bruck ja aber nicht der Fall gewesen.

Unter den beteiligten Tierschutzvereinigungen – auch die Aktion Wildtierverbot Deutschland und Animals United waren maßgeblich an Bord – herrschte am Montag große Freude. Ben war der letzte Bär in einem fahrenden Zirkus in ganz Deutschland. Mit seiner Befreiung feierten die Tierschützer einen großen Erfolg.

Axel Lämmle, der den Brucker Protest maßgeblich vorangetrieben hatte, sah sich bestätigt. Die Ereignisse zeigten, dass der Zirkus kein Problem damit habe, gegen das Tierschutzrecht zu verstoßen. Den Zirkus in Bruck zuzulassen, sei ein Schuss ins Knie gewesen. „Die Behauptung, alles sei ok, wenn der Zirkus die Tiere nicht mit sich führe, stimmt nicht, im Gegenteil.“ Lämmle ist überzeugt: Der Wirbel in Bruck, das Engagement in der Bevölkerung haben dazu beigetragen, dass die Tiere nun in Sicherheit sind.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sie sind die Neuen im Dorfwirt
Das lange Warten ist vorbei: Der beliebte Dorfwirt in Landsberied hat zwei neue Pächter. Beide kommen aus der Region. Nach dem Umbau hat das Gasthaus ab sofort wieder …
Sie sind die Neuen im Dorfwirt
Valentin aus Moorenweis
Besser geht’s nicht: Pünktlich zum errechneten Termin am Valentinstag erblickte der dritte Sohn von Julia und Patric Schneider aus Moorenweis, Ortsteil Langwied, das …
Valentin aus Moorenweis
David aus Fürstenfeldbruck
Ursula und Toni Hebrang aus Fürstenfeldbruck freuen sich über die Geburt ihres dritten Kindes. David Valentin erblickte mit einem Geburtsgewicht von 3260 Gramm und einer …
David aus Fürstenfeldbruck
Parteifreier geht ins Rennen um die OB-Kandidatur
 In Zeiten sozialer Medien gibt es ungewöhnliche Wege zur OB-Kandidatur. Thomas Lutzeier ist ein Beispiel dafür: Die Wählergruppe „Mehr für Bruck“ – extra für die …
Parteifreier geht ins Rennen um die OB-Kandidatur

Kommentare