Käufer müssen tief in die Tasche greifen. foto: Panthermedia

Baugebiet Am Bühlacker

Platzt der Traum vom Einheimischen-Modell?

Türkenfeld – Ernüchterung in Sachen Einheimischenprojekt: Die voraussichtlichen Preise für Wohneigentum im geplanten Baugebiet Bühlacker in Türkenfeld sind deutlich höher, als viele gehofft hatten.

Noch bis Ende des Monats können sich die Bürger an einer Fragebogenaktion der Gemeinde beteiligen. Wie es danach weitergeht, ist offen.

Wie berichtet, soll am Bühlacker zwischen Eresinger Straße und Bahnhofstraße ein neues Wohngebiet mit Doppelhäusern, Reihenhäusern und Eigentumswohnungen entstehen. Hinzu kommen ein bis zwei Gebäudekomplexe für senioren- und behindertengerechtes Wohnen. Realisiert werden soll das Projekt von der Bauträgerfirma Hubert Schmid aus Marktoberdorf.

Dessen Vertreter hatten sich zum Thema Preise lange bedeckt gehalten. Nur, dass diese deutlich unter den Marktpreisen liegen sollten, wurde immer wieder betont. Bei einer Informationsveranstaltung in der Türkenfelder Schönbergaula legte der Bauträger kürzlich die Karten auf den Tisch.

Demnach müsste man für ein Reihenmittelhaus mit 105 Quadratmetern Wohnfläche, Tiefgarage und Stellplatz gut 488 000 Euro hinlegen. Eine Doppelhaushälfte würde eine halbe Million Euro kosten, und für eine Eigentumswohnung würden etwa 3500 Euro pro Quadratmeter fällig. Die Grundstücksgrößen für Reihen- und Doppelhäuser sollen sich zwischen 110 und 300 Quadratmetern bewegen.

Kritiker sprechen von „Sandkasten-Gärten“. Die Preise würden viele Interessenten vor große finanzielle Herausforderungen stellen, heißt es aus der Gemeinde. Der Bürgerverein Dorfentwicklung, der sich für die Innenentwicklung des Ortes einsetzt, wird deutlicher: „Der Traum vom Einheimischen-Modell ist geplatzt“, kommentiert er auf seiner Internetseite.

Die Gemeinde möchte nun mittels Fragebogen von den Bürgern erfahren, wer unter diesen Bedingungen nach wie vor Interesse an Wohneigentum am Bühlacker hat. Doch der Rücklauf hält sich in Grenzen. Bis jetzt sind laut Bürgermeister Pius Keller erst etwa 18 Fragebögen eingegangen. „Die Reaktionen sind halbe-halbe.“ Die einen würden auf die Preise und die Planung schimpfen, die anderen möchten kaufen.

Bereits in früheren Diskussionen war der Wunsch laut geworden, dass die Gemeinde selbst das Gelände erwirbt und günstig an die Bürger weitergibt, damit diese in Eigenregie bauen können. Nur so lasse sich ein echter Preisvorteil für Einheimische realisieren. Doch bis Ende des Jahres hat laut Keller der Bauträger eine Option auf den Erwerb des Geländes. Tatsächlich kaufen dürfte die Firma Schmid aber erst, wenn die Gemeinde Baurecht geschaffen hat.  (os)

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