Er starb als er seiner Leidenschaft fröhnte: Georg W. brach beim Training der Alten Liga des EV Fürstenfeldbruck leblos zusammen.

Beim EVF

Plötzlicher Tod beim Eishockey-Training

Fürstenfeldbruck - Er ist 69 Jahre alt, doch körperlich voll fit. Regelmäßig spielt Georg W. mit den Oldies des EV Fürstenfeldbruck Eishockey. Dann bricht er beim Training zusammen. Weder Kameraden noch Ärtze können ihm das Leben retten – auch ein Defibrillator wird vergebens geholt.

 Sonntag, 8 Uhr: die Alte Liga tritt im Brucker Eishockeystadion zum Trainingsspiel an. Das tut sie jede Woche. Seit Jahren ist Georg W. mit von der Partie. Der Breitbrunner kurvt in voller Montur über die Eisfläche. Nichts deutet darauf hin, dass dieses Training keines sein wird, wie viele andere. Plötzlich stürzt er.

Seine Kameraden denken sich nichts dabei. „Das ist normal beim Eishockey mit den Schlittschuhen auf der glatten Fläche“, erklärt Mannschaftskamerad Herbert Trautner. Doch dann macht W. keine Anstalten, aufzustehen. Einige der Oldies fahren zu ihm hin. „Als wir sein Gesicht gesehen haben, war uns sofort klar, dass etwas schlimmes passiert ist.“

Trotz des Schrecks reagieren die Team-Mitglieder sofort. Unter ihnen ist Bernd Kottenhahn. Er ist Chirurg und beginnt sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. Der Eismeister sprintet währenddessen ins benachbarte Schwimmbad Amperoase. Dort ist ein Defibrillator stationiert. Der Schwimmmeister schnappt sich das Gerät. Gemeinsam bringen sie es so schnell es geht auf die Eisfläche.

Dort ist inzwischen auch der Notarzt eingetroffen. Doch trotz Defibrillator und Atropin-Spritzen: Es gelingt ihnen einfach nicht, das Herz von W. wieder regelmäßig zum Schlagen zu bringen. Schließlich bringen sie ihn ins Krankenhaus. Dort bemühen sich die Mediziner weiter um den 69-Jährigen.

Während der zwischen Leben und Tod schwebt, versuchen seine Mannschaftskameraden, die Ehefrau zu informieren. Die schläft noch. Es dauert eine Weile, bis sie sie wach geklingelt haben. Die Horrornachricht trifft sie aus heiterem Himmel. Natürlich ist sie nicht in der Lage, Auto zu fahren. Einige der Eishockey-Oldies holen sie in Breitbrunn ab.

Doch es ist der Frau nicht gegönnt, ihren Georg ein letztes mal lebend zu sehen. Noch während der Fahrt erreicht die Gruppe der Anruf, dass der 69-Jährige gestorben ist. Vermutlich hat ihn auf der Eisfläche ein so genannter Sekundentod ereilt.

Wie ist das eigentlich mit dem Defi?

Ein Fußballer im Kreis Dachau hatte kürzlich mehr Glück als der Eishockeyspieler in Bruck. Er konnte nach einem Zusammenbruch ins Leben zurückgeholt werden. Auch in diesem Fall handelten alle Beteiligten umsichtig, schnell und richtig. Beim SC Oberweikertshofen ist man für Notfälle auch gerüstet. Die Sportanlage im Wald verfügt über einen Defibrillator. „Alle Trainer und Abteilungsleiter wissen, wo der ist und wurden eingewiesen“, erklärt SCO-Vize Sepp Kraut.

Spielt die Landesliga-Elf, ist zudem Physiotherapeut Rainer Kopp vor Ort. Bundeswehr-Sanitäter Andreas Steindl ist bei Kreisliga-Spielen dabei. Beim SC Fürstenfeldbruck sieht es mit Präventivmaßnahmen eher duster aus. Im Sportzentrum hängt kein Defibrillator. Auch hier verfügt aber Physiotherapeut Sven Jakob, der bei Spielen stets dabei ist, über fundierte Kenntnisse über Erste Hilfe. Wie wichtig richtige Hilfe bei Herzinfarkt ist, erfuhr Biburgs Max Schuster vor fünf Jahren in Gernlinden.

Der AH-Spieler brach in der Kabine zusammen. Er wurde mittels Defibrillator gerettet. Der ASV hat daraus aber keine Lehren gezogen. Abteilungsleiter Reinhard Huber: „Sollte etwas passieren, können wir nur hoffen, dass eine ausgebildete Erste-Hilfe-Person zufällig anwesend ist.“ Im nahen Biburger Feuerwehrhaus gibt es einen Defi.

Beim SV Adelshofen hat man Konsequenzen aus dem Zusammenbruch von Johann Schöpf gezogen. Er war 2012 beim Tischtennis in der Gernlindner Halle zusammengebrochen und konnte dank Defibrillator gerettet werden. Danach bekamen Adelshofen, Nassenhausen und Luttenwang je einen Defibrillator. In Mammendorf hängt ein Defibrillator im Bürgerhaus.

Das ist direkt neben dem Sportgelände, montags aber dicht. Sportvereinspräsident Helmut Amberger fordert deshalb einen eigenen Defibrillator fürs Sportgelände. „Aber es muss wohl erst etwas passieren, dann wird die Notwendigkeit wohl erkannt.“ Auch in der Schulturnhalle von Mammendorf befindet sich dieses lebensrettende Gerät. Als vor fünf Jahren Aufkirchens inzwischen verstorbener Kassier Helmut Böck während eines A-Klassenspiels beim Kassieren der Eintrittsgelder zusammenbrach, retteten die Spieler Matthias Blank und Simon Völkl dem 63-jährigen das Leben. Egbert Hoepfner, Unternehmer und Sponsor des FSV, spendierte nach diesem Vorfall dem Verein einen Defibrillator

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