Polizei macht Shisha-Kneipe dicht

Fürstenfeldbruck - Bei einer Jugendschutzkontrolle hat Brucks Polizei eine Wasserpfeifen-Kneipe geschlossen.

Außerdem zerstreuten die Beamten vor dem alten Schlachthof einen Mob Betrunkener.

Der Betreiber der Shisha-Bar in der Buchenau bot seinen meist jugendlichen Gästen Tabak an. Dabei gilt das Nichtrauchergesetz nicht nur für Zigaretten, sondern auch für die in der Gaststätte genutzte Wasserpfeife. Außerdem verstieß die Art, wie der Tabak erhitzt wurde, erheblich gegen Brandschutzauflagen. Die Polizei stellte den Betrieb deshalb ein und verwies die 80 Gäste des Lokals.

Wie es damit weitergeht, ist nun Sache des Landratsamt, dem die Wirtschaft offenbar schon länger Dorn im Auge ist. Bislang behauptete der Wirt, nur aromatisiertes Wasser zu erhitzen, was nie besonders glaubwürdig klang, aber halt auch kaum zu widerlegen war.

Wirklich von den Socken waren die Beamten dann, als sie die Lände in Bruck besuchten, die sich schon seit längerem zu einem Treffpunkt für Jugendliche entwickelt hat und mittlerweile als Brennpunkt gilt. Denn schon öfter hatten die Beamten hier wegen Betrunkener und wegen Körperverletzungsdelikten einschreiten müssen. Am Wochenende bot sich den 15 Polizisten und den sie begleitenden Mitarbeiterinnen aus dem Jugendamt das gleiche Bild: Zwischen 21.30 und 23 Uhr wurden auf dem Areal vor den Subkultur-Räumen 82 Kinder und Jugendliche kontrolliert und zu einem Alkotest gebeten. Neun Kinder und 22 Jugendliche hatten Alkoholwerte zwischen 0,8 und 1,6 Promille im Blut. „Aber auch Kinder mit deutlich weniger Alkohol im Blut wirkten betrunken und konnten sich kaum mehr auf den Beinen halten“, schreibt Brucks Polizei-Vize-Chef Michael Fischer.

So weit es möglich war, forderten die Beamten die Eltern auf, ihre Sprösslinge auf der Lände abzuholen. Vier Minderjährige allerdings mussten die Polizisten auf die Wache mitnehmen, da niemand erreichbar war. Viele Eltern waren völlig überrascht davon, was ihre Kinder nachts treiben. Einige zeigten sich aber auch empört über die Polizeikontrolle. Um weiteres, etwa Alkoholprävention und Elternkontakt, kümmert sich das Jugendamt.

Wie Michael Fischer in diesem Zusammenhang betont, hat der Mob, der sich seit Sommer regelmäßig auf der Lände trifft, nichts mit dem Verein Subkultur zu tun - im Gegenteil. Der Verein hatte sogar unter den Saufgelagen vor der eigenen Haustüre zu leiden. Denn Leute, die Konzerte oder Veranstaltungen des Jugendkultur-Verein besuchen wollten, wurden angepöbelt und belästigt. Außerdem hinterließen die Mob-Jugendlichen Unmengen an Müll, den die Subkultur-Leute regelmäßig beseitigten, um nicht selbst als Verschmutzer zu gelten.

Eher erfreulich für Polizei und Jugendamt waren hingegen die Kontrollen in Geschäften und Tankstellen, wo sich Jugendliche ja gern mit Stoff versorgen. Die Verkäuferinnen gaben Alkohol nur an Erwachsene ab und ließen sich im Zweifelsfall Ausweise zeigen, wie Beobachtungen und Befragungen ergaben.

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