Flüchtlingskrise

Preise für Wohncontainer stark gestiegen

Fürstenfeldbruck/Germering - Die extreme Steigerung der Flüchtlingszahlen in den vergangen Monaten hat die Preise für Wohncontainer explodieren lassen. Das erklärte der Geretsrieder Architekt Peter Oppenheimer den Germeringer Stadträten im Zusammenhang mit der Generalsanierung der Wittelsbacher Schule (siehe Seite 5). Man müsse deshalb darauf verzichten, die Schüler während der Bauarbeiten in Containern zu unterrichten, was die Sanierung in die Länge ziehe.

Vor der Flüchtlingskrise hätte die Auslagerung der Schüler rund 5,8 Millionen Euro gekostet. Das sei schon teuer gewesen – aber etwas günstiger als ein massiver Ersatzbau für rund 6,2 Millionen Euro. Jetzt sieht die Sache laut Oppenheimer anders aus: „Mittlerweile kosten die Container eher um die acht Millionen Euro.“

Auch das Landratsamt als zuständige Asylbehörde hat mit der Kostensteigerung bei Wohncontainern zu kämpfen, wie ein Sprecher sagte. Von Mitte bis Ende 2015 habe es einen richtigen Sprung gegeben, sagte er. Das Landratsamt mietet Container in der Regel für unterschiedliche Zeiträume und unter verschiedenen Umständen an. Daher sei die Nennung eines Durchschittswerts der Kostensteigerung unreell. Sie erreiche aber keine 30 Prozent. Gleichzeitig drängten günstigere Container-Hersteller, beispielsweise aus der Ukraine, auf den Markt. Sie erfüllten aber die geforderten Qualitätsstandards (Heizdämmung, Brandschutz) in der Regel nicht, sagte der Sprecher. Bisher keine Alternative ist der Bau von Fertighäusern. Deren Hersteller bieten in Broschüren zwar munter Asylunterkünfte an. Das Problem aber: Sie planen in ihren Angeboten meist die Unterbringung von vier Flüchtlingen auf elf Quadratmetern ein. Die Regel sei aber, dass zwei Menschen 15 Quadratmeter bekommen sollen. Insofern seien Container immer noch die günstigere Lösung. Bei seriösen Firmen muss man derzeit mit einer Lieferfrist von bis zu fünf Monaten rechnen.  kg/st

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