Zwei ganz rasante Fürsty-Speeders sind Rene Lösch und Irena Knobling. foto: weber

Sie stehen auf Speed

Premiere für eine Bundesliga mit Pfiff

Fürstenfeldbruck - Sie stehen auf Speed: Beim Crossminton wird aus einem Mix von Badminton, Tennis und Squash ein rasanter Sport auf Bundesliga-Niveau. Fünf Mannschaften absolvierten jetzt in Brucks Wittelsbacher-Halle ihren Pflichtspieltag.

 „Pfiu, pfiu, pfiu“ – schon von Weitem sind die Pfiffe zu hören, die von den pfeilschnellen Bällen bei jedem Schlag erzeugt werden. Obwohl sich die Crossmintoner nicht so sehr auf dem 5,5 Meter breiten Court herumjagen wie Tennisspieler auf einem doppelt so breiten Feld, müssen die Fürsty Speeders und ihre vier konkurrierenden Teams immer wieder hinter einem neongelben federballähnlichen Sportgerät, dem so genannten Speeder, herhechten. Dann pfeffern sie den Ball ins gegnerische Feld. In Bruck hatten die Lokalmatadoren, die Fürsty Speeders, mit einem besonderen Handicap zu kämpfen: Charly Knobling, ihre Nummer eins mit Top-Ten-Platz in der Weltrangliste, fiel krankheitsbedingt aus.

Beim Crossminton gibt es kein Netz. Deshalb können die Bälle flach und direkt die 12,8 Meter zwischen den Spielfeldern überqueren. Dann heißt es schnell reagieren. Hochkonzentriert ist Roman Kuch deshalb, als sein Gegner den Aufschlag vorbereitet. Seit vier Jahren spielt der Brucker Crossminton. Wenn der 51-Jährige über die Trendsportart ohne Netz spricht, ist ihm seine Begeisterung deutlich anzusehen. „Ich schätze besonders den Wechsel von harten, flachen Angriffsschlägen und hohen, weiten Verteidigungsschlägen“, sagt Kuch, der mit seinen großen, ausladenden Bewegungen während seines ersten Spiels so manchen Ball rettet. Er hat gelernt, die Größe des eigenen wie auch des gegnerischen Crossminton-Feldes genau abzuschätzen. Wenn er dann wieder Tennis oder Badminton spielt, kommt der Brucker schon manchmal durcheinander.

So geht es auch Wilhelm Böning (64). Wenn er einen Speeder nah an die vordere Linie des gegnerischen Feldes spielen will, wird dem routinierten Badmintonspieler der Ball manchmal zu kurz. Denn beim klassischen Badminton sind die Felder durch das Netz getrennt, nicht wie hier nur durch eine breite Fläche. Böning genießt besonders die Abwechslung, die der tennisähnliche Bewegungsablauf und die badmintonähnliche Geschwindigkeit zu anderen Sportarten bieten – das hält fit. Der Medizintechniker kann beim Crossminton von seinem Job abschalten.

Diese Entspannung ist auch für die Poingerin Vivien Klee ein großes Plus beim Crossminton. Mit den zwei Mannschaften der Poing Speed Fires (Landkreis Ebersberg) nimmt sie am Wettbewerb teil. Dabei steht für sie der Spaß am Sport im Vordergrund. Sie reizt besonders, dass sie mit dem leichten Ball und Schläger schnell und effizient reagieren kann: „Beim Crossminton kann ich wahnsinnig viel Kraft mit Effekt einsetzen“, sagt die 38-Jährige, die dabei auch ihre Kondition trainiert.

Gleich in ihrer ersten Partie trifft Klee auf Irena Knobling. Der ist die Freude über einen gelungenen Schlag genauso anzusehen wie der Ärger, wenn mal etwas danebengeht. Dann wirft sie die Hände in die Höhe, lacht oder schüttelt den Kopf. Obwohl sie für ihre Mannschaft Punkte sammeln will, stehen für die 38-Jährige die Freude am Spiel und die guten Verbindungen zwischen den Vereinen im Zentrum: „Ein gutes Vereinsleben gehört schließlich zu jedem Sport dazu.“

Die Fürsty Speeders können schließlich nach zwei Unentschieden ihren dritten Platz in der Liga halten. Den SpeedLights München gelingt die Revanche gegen die erste Mannschaft der Poing Speed Fires. Poing bleibt aber mit drei Punkten gegen die Fürsty Speeders an der Tabellenspitze. Poings zweite Formation holt sich den ersten Punkt, die Spielgemeinschaft Bonlanden nimmt ebenfalls einen Zähler mit nach Hause.

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