Profitiert S 4 von Krise der 2. Stammstrecke?

Fürstenfeldbruck - Auch eine neue Chance für die S 4 oder doch nur Finanzpoker? Die Nachricht, dass der Bund weniger für den zweiten Münchner S-Bahn-Tunnel zahlen will, wird unterschiedlich aufgenommen

„Wir sind alle überrascht worden“, sagte gestern Brucks Zweiter Bürgermeister Hans Schilling, der die CSU in der Bürgerinitiative (BI) „S-4-Ausbau jetzt“ vertritt. Da dem Bund offenbar das Geld für so große Projekte ausgehe, sei nun München als größerer Finanzier gefordert, findet der Kommunalpolitiker.

Dass durch den neuen Sparkurs mehr staatliche Mittel für die Außenäste des S-Bahn-Netzes freiwerden könnten, ist für Schilling erst mal kein Thema. Man habe die zusätzliche Röhre und Verbesserungen auf der S 4 immer als Paket gesehen: Die zweite Stammstrecke sei wesentlicher Bestandteil aller denkbaren Verbesserungen.

Verhaltene Genugtuung dagegen bei den Kreis-Grünen. Von einem angesichts der immensen Kosten nur konsequenten Schritt spricht Grünen-Kreisvorstand Jan Halbauer, der das Zwei-Milliarden-Vorhaben für „eigentlich gestorben“ hält. Die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt andere, auch lange geplante Projekte in der Region von der Absage aus Berlin profitieren könnten, sei auf jeden Fall nicht gesunken.

Vor dem Trugschluss, dass ein Verzicht auf die zweite Untertunnelung der Landeshauptstadt einen zügigeren Ausbau der Geltendorfer Linie ermögliche, warnt dagegen SPD-Kreisvorsitzender Michael Schrodi. Er geht im Übrigen davon aus, dass die zweite Stammstrecke nicht endgültig beerdigt wurde, sondern sich nur erneut auf unabsehbare Zeit verzögert. Das Nachsehen beim Finanzierungsstreit hätten aber so oder so die S-Bahn-Fahrer aus dem Landkreis.

Auch interessant

Kommentare