Mit der vorgeschlagenen Bebauung entstehen auf drei Etagen in zwei Häusern 19 Genossenschaftswohnungen unterschiedlicher Größe und Gemeinschaftsräume. Nach Vorstellung des Architekten Ulrich Hackl soll zusammen mit dem bestehenden Feuerwehrhaus (rechts) eine hofartige Situation entstehen und der Platz für die Feuerwehrübungen erhalten bleiben. visualisierung: Architekturbüro Ulrich Peter Hackl

In Kottgeisering

Projekt Seniorenwohnen wird weiterverfolgt

Kottgeisering - Es bleibt dabei: Das Projekt Seniorengerechtes Wohnen in Kottgeisering (kurz: SeWoKo) soll weiter vorangetrieben werden. Allerdings schwand im Gemeinderat die Zustimmung, zumindest für den von den zukünftigen Genossen favorisierten Standort mitten im Ortszentrum.

Hans Gschwendtner, Sprecher der Initiatoren und mit 76 Jahren erster Aspirant für eine der rund 20 entstehenden Wohneinheiten, stellte das Projekt im Gemeinderat erneut vor. Wichtigste Änderung zu den bisher bekannten Planungen: die Feuerwehr soll durch die Lage der Baukörper im Übungsbetrieb nicht eingeschränkt werden. „Wir können das nur dadurch erreichen, dass wir das Projekt auf zwei Gebäude reduzieren und die Kinderkrippe wegfallen lassen“, erklärte Gschwendtner.

Manfred Ziegler und Kirstin Kortländer (beide CSU) wollten das Projekt lieber am Keckweg sehen, wo bereits ein Platz für die Kinderkrippe ausgewiesen ist und mit weiteren Bauten ein „Soziales Zentrum“ geschaffen werden könnte. Das sei aber, gerade für mobilitätsmäßig eingeschränkte Leute, zu weit am Ortsrand, hieß es.

Bürgermeisterin Sandra Meissner (Bürgervereinigung/BV) warnte davor, das Projekt wegen Kleinigkeiten wie dem Kostenaufwand für den Ersatz-Stadl der Jagdgenossenschaft, dem kleinen Brunnen und dem kleinen Wertstoffhof kaputt zu reden. „Beim Workshop im Rahmen der Struktur- und Potenzialanalyse wurde genau das als Zukunftmodell angesprochen, wir könnten da Vorreiter im Landkreis werden“, stellte Meissner fest. Gleichzeitig wäre das SeWoKo ein Modell zur Wohnraumschaffung, weil die bisherigen Wohnungen und Häuser der Genossen dann frei würden.

Umstritten war die Idee von Bürgermeisterin und Verwaltung, mittels eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes die planerischen Details weitestgehend in der Hand der Gemeinde zu belassen. Dass damit das schon seit zwei Jahren laufende Projekt um mindestens nochmal ein Jahr verzögert wird, fand Beate Schamberger (Freie Wähler) ein Unding. Nicht zuletzt deswegen, weil es die ohnehin von der Genossenschaft zu tragenden Planungskosten erhöhen würde. „Die Genossenschaft steht kurz vor der offiziellen Gründung, wir müssen heute definitiv sagen, ob wir das weiter unterstützen oder nicht“, sagte Schamberger.

Ziegler verteidigte das Bebauungsplanverfahren und verwies darauf, dass dabei noch weitere Dinge festgesetzt werden könnten. Etwa die notwendige Breite der Bäckergasse, über die nach derzeitiger Planung die Tiefgaragenzufahrt erfolgen soll.

Trotz fünf Gegenstimmen aus den Reihen der CSU und der BV kann das Projekt jetzt weiter verfolgt werden. Die nächsten Schritte sind die Erstellung einer Bauvoranfrage, bei der mit den Genehmigungsbehörden die Planung konkretisiert werden kann. Zuvor verhandelt die Bürgermeisterin mit den Antragstellern über einen Erbbaurechtsvertrag für das Grundstück südlich des Gemeindezentrums, von dem die Genossenschaft rund 1600 Quadratmeter benötigt.

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