Protest gegen Sendemasten für Behördenfunk

Fürstenfeldbruck - Von den rund 950 Basisstationen, die in Bayern für den neuen Sicherheitsbehörden-Digitalfunk gebraucht werden, werden mindestens sechs im Landkreis liegen.

Dies verriet jedenfalls eine Karte, die auf dem Informationsabend in Germerswang kurz gezeigt wurde. Bei der Versammlung wurde Kritik laut - unter anderem an der Geheimniskrämerei des Innenministeriums. Man habe die Angelegenheit als Verschlusssache behandelt, um sich „vor Sabotageakten zu schützen“, sagte ein Verteter. Das ging fast im Gelächter unter.

In den meisten Fällen nutzt der Staat bestehende Standorte kommerzieller Sendeanlagen. So in Olching, Biburg (Gemeinde Alling) und Längenmoos (Gemeinde Mittelstetten). Vereinzelt werden staatliche Gebäude (Polizeidirektion in Bruck) oder kommunale Einrichtungen (Rathausdach in Germering) gebraucht.

Neue Standorte wurden nur in zwei Fällen ausgesucht: Neben dem bei Stefansberg auch ein Gelände im äußersten Norden von Eichenau, kurz vor der Grenze nach Olching und Puchheim. Anders als in Maisach war man in Eichenau um Transparenz bemüht: Der Gemeinderat diskutierte lange engagiert und vor Publikum über Strahlungsbelastung und Landschaftsbild. Eine knappe Mehrheit überstimmte die Gegner des neuen 44-Meter-Masten, die insbesondere aus den Reihen von Grünen und Freien Wählern kamen.

Wie bei dem Info-Abend in Germerswang deutlich wurde, ist die Standort-Planung im Brucker Landkreis als einem der ersten in Bayern eigentlich abgeschlossen. Bei einer jeweiligen Sende-Reichweite von fünf bis 20 Kilometer sollten die sechs Anlagen für eine flächendeckende Versorgung ausreichend sein. Darum mussten sich nur wenige Gemeinden mit dem Thema beschäftigen, auch am Gemeindetag im Landkreis ging das Problem vorbei.

Dessen Vorsitzender Johann Thurner ist allerdings kein Fan des neuen Mobilfunknetzes und hält Bedenken gegen die neue Technik für durchaus nachvollziehbar. Der Gröbenzeller Grünen-Landtagsabgeordnete Martin Runge, schon als konsequenter Handy-Gegner bekannt, hält das geplante Tetra-Funknetz-System für eine „absolute Uralttechnik“. Vor allem die „Dröhnung vor Ort“ für den einzelnen Polizisten oder Feuerwehrmann am Funkgerät sei heftig. (tb)

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