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Schon einmal Probe-Entspannen konnten die Gäste bei der Eröffnung der Klinik für Psychiatrie Fürstenfeldbruck.

Psychiatrische Klinik kurz vor der Eröffnung

Fürstenfeldbruck – Zurzeit sind noch die Handwerker auf dem Bau zugange, doch die ersten Patienten werden ab 11. Oktober einziehen: die neue psychiatrische Klinik in Bruck ist praktisch fertig.

„Der weiße Fleck auf der Landkarte der psychiatrischen Versorgung wird dann bunt werden“, sagte Jörg Hemmersbach, Geschäftsführer des kbo-Isar-Amper-Klinikums. Seit 2007 agieren die Kliniken des Bezirks Oberbayern (kbo), welche die psychiatrische Versorgung der Bürger gewährleisten, unter dem Dach eines Kommunalunternehmens.

Ein großes Anliegen des Bezirks ist es, die Versorgung zu dezentralisieren. Das übernimmt der neue Standort ab nun für die Landkreise Fürstenfeldbruck und Dachau. Eine wohnortnahe Versorgung sei für die Menschen immens wichtig, betonten alle Redner, die bei der Eröffnung sprachen. So werde einer Stigmatisierung durch Aussagen wie „Der ist in Haar“ entgegengewirkt, sagte Landrat Thomas Karmasin. Das Angebot vor Ort soll einen niederschwelligen Einstieg in die Behandlung von psychischen Problemen ermöglichen, sagte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml: „Wir müssen es schaffen, dass die Menschen sich frühzeitig in Therapie begeben.“ Dass es lange dauerte, bis der Standort Bruck in trockenen Tüchern war, daran erinnerte so mancher Festgast ebenfalls. Schon 1994 hatte der Bezirk das Grundstück im Kester-Häusler-Park gekauft, erinnerte Bezirkstagspräsident Josef Mederer. Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner verwies auf diverse Anwohnerproteste und „Querschüsse“ aus der Politik.

Jetzt aber herrscht Zufriedenheit. Denn der Bedarf einer psychiatrischen Versorgung für die Bürger steige, meinte Chefärztin Gabriele Schleuning: Ein Drittel aller Menschen benötige einmal im Leben Hilfe bei einer Krise.

Schleuning will die Klinik mit rund 175 Mitarbeitern mit den fünf Werten Offenheit, Miteinander, Klarheit, Professionalität und Wertschätzung führen. Nach der Fertigstellung im November stehen 88 Betten für die vier Stationen zur Verfügung. Sie sind baugleich errichtet, erklärte Daniela Kullmann aus dem Baureferat des Bezirks.

Im Mitteltrakt haben Tagesklinik und Ambulanz Platz gefunden. Denn gleichrangig zur stationären Behandlung stehen ambulante Behandlung oder Hausbesuche. Für jeden Einzelnen gelte es, eine maßgeschneiderte Behandlung anzubieten, sagte Schleuning. Die Patienten werden viel Kontakt zur Außenwelt haben, dafür sorgen Außenbereiche und ein Gartenpark vor dem Eingangsbereich, durch den ein öffentlicher Geh-und Radweg führt.

Fabian Dilger

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