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Puch, Lindacher Weg Juli 2016: Nach dem Starkregen stand das Wasser im Keller von Axel Grodotzki bis zu 30 Zentimeter hoch. Jetzt laufen die Trockenmaschinen.

Nach Starkregen

Puch: Trotz Hochwasserschutz wieder Keller voll

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Fürstenfeldbruck - 20 Keller sind beim jüngsten Starkregen in Puch vollgelaufen. Und das, obwohl erst vor wenigen Jahren Millionenbeträge in ein System zum Schutz vor Hochwasser investiert wurden. Axel Grodotzki (56) muss schon zum zweiten Mal Teile seiner Einrichtung zum Wertstoffhof bringen.

Vier Bautrockner rumpeln seit dem jüngsten Unwetter gleichmäßig in Axel Grodotzkis Keller. Das unangenehme Geräusch ist überall zu hören im Haus am Lindacher Weg, in dem der Pucher seit Mai 2002 mit Ehefrau Christina lebt. Damals hatte es am Umzugstag in Strömen geregnet. Zwei Meter hoch stand das Wasser im Keller. Möbel, Geräte, Bücher – alles landete im Müllcontainer.

14 Jahre später ist es wieder so weit. An einem Samstagabend öffnet der Himmel seine Schleusen. Starkregen. Mittlerweile hat der Inhaber einer Firma für Gebäudereinigung sein Büro in den lila gestrichenen Kellerräumen eingerichtet. Innerhalb von kürzester Zeit füllen sich die Sickerschächte im Garten bis zum Anschlag.

Eigentlich sollte das Wasser dort ablaufen. Aber die Menge ist so groß, dass es das Wasser in die Revisionsschächte des städtischen Kanalnetzes drückt. Auch die können laut Grodotzki innerhalb weniger Minuten nichts mehr aufnehmen. Die undurchsichtige Brühe läuft auf die Straße und den Rasen. Das Wasser bahnt sich seinen Weg über den lehmigen Boden zu den Häusern. „Es ist über die Kellerschächte nach unten und von dort durch das Fenster gelaufen“, erinnert sich Grodotzki.

Geistesgegenwärtig stürmt Ehefrau Christina in den Keller und packt sich den Computer. Sie steckt ihn ab und bringt ihn in Sicherheit. Auch andere elektronische Geräte kann das Paar noch retten. Der Rest bleibt im Keller zurück. Bis zu dreißig Zentimeter steht die Einrichtung in der dunklen Brühe.

Lehmige Böden

Das Problem in Puch: Die Böden in dem Stadtteil von Fürstenfeldbruck sind sehr lehmig. Viel Regenwasser können sie nicht aufnehmen. Deshalb hat die Stadtverwaltung vor wenigen Jahren ein komplexes Hochwasser-Schutzsystem bauen lassen. Das Prinzip: Oben am Berg im westlichen Bereich fließt das Oberflächenwasser von den Feldern erst in ein Rückhaltebecken, sprich in eine Senke. Nur eine gewisse Menge kann weiter bergab laufen. Erst wenn die Grube voll ist, bahnt sich das Wasser durch einen teilweise kanalisierten natürlichen Graben den Weg durch das Dorf. Anschließend fließt es in unterirdischen Rohren unter der B 2 hindurch Richtung Erdbeerfeld gegenüber des Pucher Meers.

Dort ist eine so genannte Versickerungsfläche. Warum dieses System beim jüngsten Vorfall nicht funktioniert hat und Keller vor allem im Lindacher Weg, in der Langbehn-, Abt-Thoma- und Gehagstraße volliefen, muss laut Stadt noch abschließend geklärt werden. Eine Vermutung hat Stadtbaumeister Martin Kornacher jedoch. „Momentan sieht es so aus, als hätte Schnittgut oben am Berg einige Zuläufe verstopft“, sagt er auf Nachfrage. Es könne sein, dass kurz vorher ein Feld gemäht worden sei. Der Regen habe das Gestrüpp dann wohl in die Abläufe geschwemmt.

Hier lief das Wasser in den Keller.

Außerdem würden viele Pucher ihr Regenwasser in die städtischen Kanäle einleiten – zum Teil unangemeldet. „Und das System ist nur für Mengen ausgerichtet, die einen so genannten hundertjährigen Regen nicht übersteigen“, erklärt Kornacher. Sprich für Niederschlag, der in dieser Größenordnung nur ungefähr alle hundert Jahre vorkommen soll. Diesen Verdacht müsse man sich allerdings noch von Experten bestätigen lassen.

Axel Grodotzki ist das wenig Trost, auch wenn er den Vorfall scheinbar gelassen nimmt. Er will sich jetzt erst einmal hochwasserfeste Kellerfenster zulegen. Denn auch ein mit Nachbarn vor einigen Jahren angelegter Sickerschacht brachte nicht den gewünschten Effekt. Das Wasser lief auch in etwa elf Metern wegen des Lehms nicht ab. „Wir werden hier im Regen stehen gelassen“, sagt der Pucher. Hinter ihm rumpeln die Bautrockner noch immer.

Matthias Kast

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