Eines der wichtigen Projekte, die nur noch über Kredite finanziert werden können, ist die Sanierung des Hallenbades.  ArchivFoto: weber
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Eines der wichtigen Projekte, die nur noch über Kredite finanziert werden können, ist die Sanierung des Hallenbades.

Finanzen

Puchheim muss beim Haushalt nachsteuern

Die Stadt Puchheim muss ihren Haushaltsplan für das kommende Jahr noch einmal überarbeiten. Die bisherigen Kalkulationen sind so nicht mehr zu halten – daran ist allerdings nicht ausschließlich die Corona-Pandemie schuld.

Puchheim – Mit einem Nachtragshaushalt muss die Stadt Puchheim auf die wegbrechenden Einnahmen in diesem Jahr reagieren. Der Finanzausschuss des Stadtrats billigte jetzt einen entsprechenden Entwurf der Kämmerei.

Dass ein überarbeiteter Etat vorgelegt werden musste, ist nicht allein der Corona-Pandemie geschuldet: Auch eine hohe Gewerbesteuer-Rückzahlung hat die ursprünglichen Kalkulationen über den Haufen geworfen. Aber das Virus trägt gleichfalls zur angespannteren Finanzlage bei.

Zwar ist der Einkommensteuer-Anteil vergleichsweise wenig zurückgegangen – Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit scheinen die Puchheimer bisher weniger getroffen zu haben. Bei Weitem nicht erreicht werden aber wohl die Ziele bei der Gewerbesteuer, auch wenn erst wenige Unternehmen Stundungen beantragt haben.

Der neuerliche Lockdown vom November könnte die Situation in Puchheim sogar noch verschärfen. Zwar stehen staatliche Kompensationen für diese Einnahme-Ausfälle in Aussicht. Sie wurden aber, weil in der Höhe noch nicht genau bekannt, nicht im Nachtragshaushalt berücksichtigt.

Das Defizit in diesem Jahr wird auf mindestens 3,3 Millionen Euro geschätzt, gleichzeitig schrumpfen die frei verfügbaren Finanzmittel der Stadt. Das ganz große Schreckensszenario sei zwar bisher ausgeblieben, meinte Kämmerer Harald Heitmeir im Ausschuss. Für den kommenden, regulären Haushalt seien aber intensive Beratungen notwendig.

Projekte wie die Hallenbad-Sanierung oder der Umbau der Laurenzer Grundschule können nur noch durch Kredite finanziert werden, bei der Darlehensaufnahme fährt allerdings die Rechtsaufsicht im Landratsamt in Fürstenfeldbruck, die einen kommunalen Haushalt genehmigen muss, einen restriktiven Kurs.

Selbst zwölf Millionen Euro, für die es noch nicht einmal eine sanierte Schule gibt, hält die Kreisbehörde demnach für eine zu hohe Verschuldung. Der Nachtragshaushalt muss noch vom gesamten Stadtrat in seiner November-Sitzung verabschiedet werden. (op)

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