Puchheimer Volksfest

Alle gegen einen beim politischen Stammtisch

Die fünf Kandidaten für die Landtagswahl am 14. Oktober eint, dass sie auf lokaler Ebene geerdet sind. Doch auf dem Podium im Puchheimer Volksfestzelt ist der Moderator der Souverän: Norbert Seidl, Bürgermeister der Stadt, hat die fünf Direktkandidaten für den Wahlkreis Fürstenfeldbruck-Ost im Griff.

Puchheim– Das zeigt sich nach der Viertelstunde Pause, die Seidl den Politikern und dem fast nur aus Parteifreunden bestehenden Publikum gegönnt hat. Nur Ulrich Bode (FDP) hat Platz genommen und Seidl sagt: „Dann machen wir allein weiter.“ Nun verstehen Benjamin Miskowitsch (CSU), Peter Falk (SPD), Martin Runge (Grüne) und Hans Friedl (FW) den Wink und versammeln sich wieder auf dem Podium.

Dass dort nur Männer sitzen, wird im Publikum registriert. Fee Huber für die FW und Ramona Weiß (CSU) müssen es übernehmen, für ihre Parteien und die Politik im Allgemeinen aus weiblicher Sicht zu sprechen. Falk greift das auf, um auf seine Spitzenkandidatin Natascha Kohnen aufmerksam zu machen: „Wenn ihr uns wählt, bekommt ihr eine Frau als Ministerpräsident.“

Die Gleichberechtigung im Parteivolk bleibt aber eine Randnotiz. Moderator Seidl weiß die regionalen Themen zu platzieren – weil er sie als Bürgermeister kennt. Die Südwestumfahrung und eine Frage, die er an Miskowitsch richtet: „Wann kommt der Ausbau der S4?“ „Bald“, antwort der CSU-Mann und erntet ob der gefühlt jahrzehntelangen Wartezeit ein parteiübergreifendes Gelächter. Bei der Südwestumfahrung positioniert er sich eher indirekt: „Es ist Populismus, jetzt dagegen zu protestieren.“ Zwei Steilpässe, die Runge mit seiner Landtagserfahrung direkt aufnimmt. Ein drittes Gleis bringe nur wenig und die Südwestumfahrung nur einen neuen Lärmteppich für Olching. Friedl sprach sich auch gegen die Umfahrung aus. Für die Trasse sprach sich hingegen sein Emmeringer Parteifreund Michael Schanderl aus.

Einer, der die Verkehrsproblematik mit der Digitalisierung verknüpft, ist Ulrich Bode. Er wünscht sich mehr Tempo: „Schnellere Datenraten zu Hause machen mehr Home Office und somit weniger Verkehr möglich.“ Mit der FDP, so findet er, komme auch Bayern schneller voran. Das eröffnet auch eine Diskussion um mögliche Regierungskoalitionen im Freistaat. Bode, Falk, Friedl und Runge sind sich da einig: „Die CSU-Mehrheit muss weg.“ Es wird allerdings nicht so ganz klar, ob sie sich mit ihren eigenen Parteien daran beteiligen sollen. Dem setzt Miskowitsch das „Mia-san-mir“-Gefühl der CSU entgegegen. „Wir wollen weiter gute Regierungsarbeit leisten.“ Hans Kürzl

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