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Die Ladenzeile am Alois-Harbeck-Platz: Planer hatten dem Stadtrat vorgeschlagen, den Flachbau abreißen zu lassen – damit die Geschäfte eine Zukunft haben.

Bereich soll aufgewertet werden

Harbeck-Platz: Das sagen die Ladenbesitzer

Der Alois-Harbeck-Platz in Puchheim soll attraktiver werden. Städteplaner hatten unter anderem einen Abriss eines Flachbaus empfohlen. Das Tagblatt wollte wissen, was die die Ladenbesitzer dazu sagen.

Schneiden, waschen, föhnen: Friseurmeister Bernd Vidovic (l.) ist seit 1972 am Harbeck-Platz. „Ich bin quasi der Letze der ersten Stunde.“

Puchheim Friseurmeister Bernd Vidovic ist schon lange am Alois-Harbeck-Platz „Ich habe hier seit 1972 mein Friseurgeschäft und bin quasi der Letzte der ersten Stunde“, sagt er. Seiner Meinung nach fehlten am Alois-Harbeck-Platz ortsübliche kleine Geschäfte. „Früher gab es einen Spar-Lebensmittelmarkt mit rund 400 Quadratmetern Ladenfläche, heute ist dort ein Kindergarten untergebracht“, erzählt der Friseurmeister.

Er hätte sich an dieser Stelle durchaus eine Markthalle vorstellen können: mit acht Kojen für unterschiedliche Pächter. „Das wäre der Hammer gewesen – da hätte Puchheim gewonnen, und man hätte hier am Harbeck-Platz entschieden mehr Aufenthaltsqualität erreichen können“, lautet seine Meinung. Seit der Schließung des Puchheimer Bahnübergangs für den Autoverkehr fühlten sich die Ladenbesitzer am Alois-Harbeck-Platz eh etwas abgehängt, meint Vidovic.

Uwe Bönisch vom gleichnamigen Sanitätshaus sieht das ähnlich. Er ist seit 1999 Pächter am Alois-Harbeck-Platz. „Irgendwie ist das ein toter Platz. Ich würde mir mehr Bänke und mehr Aufenthaltsqualität wünschen, vielleicht auch ein paar mehr Blumen und noch einen schattenspendenden Baum.“ Tische und eine Boule-Bahn wären seiner Meinung nach auch nicht schlecht, denn: Wenn die Läden geschlossen haben, sorge lediglich die Pizzeria Sassi für ein wenig Belebung rund um die Ladenzeilen – aber auch nur im Sommer bei schönem Wetter.

„Ein gesunder Branchenmix mit mehr Handel geht mir hier ab.“

Zeitungen und Schulbedarf: Martin Edelbauer betreibt seinen Schreibwarenladen bereits in der zweiten Generation. Sabine Stürzer ist bei ihm angestellt.

Immerhin, und da sind sich die Ladenbesitzer einig: „Die Mieten sind erschwinglich, Herr Harbeck ist sozusagen ein sozialer Kapitalist und ein Förderer der Stadt Puchheim, da lasse ich nix drauf kommen“, sagt einer der Pächter.

Martin Edelbauer betreibt am Platz einen Zeitschriftenladen, bietet auch Schulbedarf an – und das schon seit 1980 und in der zweiten Generation. „Zu uns kommen die Kunden bis aus Ingolstadt, weil hier Preis und Beratung einfach stimmen“, sagt er nicht ohne Stolz. Seiner Meinung nach gibt es am Alois-Harbeck-Platz mittlerweile zu viele Dienstleister. „Ein gesunder Branchenmix mit mehr Handel geht mir hier ab“, sagt Edelbauer.

Neben seinem Schreibwarenladen, dem Friseur Vidovic und dem Sanitätshaus gibt es noch folgende Geschäfte und Einrichtungen am Harbeck-Platz: ein Geschäft mit Markendirndl, „Döner und Süss“, die Flohmarkt-Box, die Johanniter Kinderkrippe, der Kindergarten Himmelszelt, eine Zahnarzt-Praxis und eine Rechtsanwaltskanzlei, die Pizzeria Sassi, eine Zweigstelle der Stadt Puchheim, eine Thai-Massagepraxis, das LBV-Infozentrum, ein Fußpflege-Studio sowie den Image-Verlag.

von Angi Kiener

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