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Neue Gutachten ergeben 

Altlasten erschweren Stadtmitte-Gestaltung

Schwermetalle und Arsen im Boden, Lärm von Zügen oder vom neuem Terrassen-Café – die Neugestaltung der Stadtmitte dürfte um einiges beschwerlicher und teurer werden als gedacht. Dies zeigen zwei Gutachten.

Puchheim – Deren Ergebnisse sind in den Bebauungsplan für das Gelände zwischen Bahnlinie und Planie-Siedlung sowie zwischen Rathaus und Fröbel-Kindergarten aufgenommen worden. Vor allem die Altlasten-Entsorgung könnte aufwendig werden, aber auch der Lärmschutz verlangt zusätzliche Maßnahmen.

Was von früheren Untersuchungen bereits bekannt war, wurde durch die jüngsten Bohrungen bestätigt. Die Reste der ehemaligen Münchner Mülldeponie sind zwei bis drei Meter dick. Flächendeckend stößt man auf hochtoxische Relikte wie polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe, Schwermetalle und Arsen. Diese Altlasten sind kein Problem, solange sie unter einer geschlossenen Vegetationsdecke bleiben, wohl aber wenn in den Untergrund eingegriffen wird. Fachfirmen können dann nur unter besonderen Schutzvorkehrungen arbeiten. Der Aushub müsste entweder umgelagert werden – wobei er allerdings andernorts im ehemaligen Planie-Gelände bleiben kann, solange er wieder mit unbelastetem Material abgedeckt wird – oder sauberes Erdreich müsste aufgeschüttet werden.

Für Bereiche mit „sensibler Nutzung“, namentlich für die Kennedy-Wiese als großes Spielgelände, empfehlen die Gutachter außerdem so genannte Grabsperren. Das sind Kunststoffgitter, die kleine Tiere am Umwühlen des Bodens hindern sollen. Darüber würde eine zehn Zentimeter dicke Schicht aus unbelastetem Oberboden genügen. Anderenfalls müsste bis zu einem halben Meter hoch neues Erdreich aufgetragen werden.

Ein weiteres Problem: Zu weicher Boden

Ein weiteres Problem: Der Untergrund ist bis zur Kiesschicht in dreieinhalb Meter Tiefe zu locker und weich, um schwere Bauwerke zu tragen. Daher müssten die geplanten Neubauten entweder unterkellert oder der Boden ausgetauscht werden. Für die geplante, halb unterirdische Parkgarage wäre auch eine massive Bodenplatte denkbar. „Aufwändige technische Maßnahmen“ erwarten die Gutachter auf jeden Fall.

Vergleichsweise harmlos sind dagegen die erforderlichen Lärmschutz-Vorkehrungen. In einer schalltechnischen Verträglichkeitsuntersuchung wurden sowohl die bisherige Geräusch-Kulisse als auch neue Immissionen durch neue Nutzungen untersucht. Ein Ergebnis ist, dass die Grenzwerte dort deutlich überschritten werden, wo die Neubauten von Bibliothek und Volkshochschule an die Adenauerstraße grenzen.

Wegen der angrenzenden Wohnbebauung dürften außerdem geräuschintensive Veranstaltungen im neuen Zentrum nachts gar nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich sein. Dies gilt auch für die Freifläche eines Cafés oder die Dachterrasse einer Lounge. Dabei zählen Bars und sogar Tanzlokale laut aktualisiertem Bebauungsplan zu den „ausnahmsweise zulässigen Vergnügungsstätten“. (op)

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