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Fünfhundert-Euro-Scheine

In Puchheim

Asbest und falsche Pläne: Kosten-Explosion bei Umbau der Schule

Im Vergleich zur ersten Kalkulation haben sich die Kosten für den Umbau der Puchheimer Schule am Gerner Platz verdoppelt: von sieben auf über 14 Millionen Euro. Im Stadtrat kam Kritik am Architekturbüro auf.

Puchheim – Noch im November des vergangenen Jahres hatten die verantwortlichen Architekten die Einhaltung des ursprünglichen Kostenrahmens vorgesehen. Dies geht aus der Vorlage für die jüngste Sitzung des Stadtrates hervor. Danach waren nach der Entscheidung des Stadtrates für die Baumaßnahme 11,5 Millionen Euro eingeplant. Zudem waren sogenannte „Mittel für Unvorhergesehenes“ in Höhe von etwa 312 000 Euro vorgesehen.

Von November 2017 bis April diesen Jahres hatte die Projektleitung in Zusammenarbeit mit allen Planern eine neue und vollumfängliche Kostenaufstellung erarbeitet. Nach Vorlage von Schlussrechnungen habe von dieser Seite eine belastbare Endsumme benannt werden können, die die 14-Millionen-Euro-Marke überschritt.

Die Kostensteigerung begründeten die Architekten unter anderem damit, dass der Altbau knapp einen halben Meter länger ist, als ursprünglich gedacht. Das ergaben aktuelle Messungen.

In den städtischen Bestandsunterlagen und dem amtlichen Katasterplan habe man andere Angaben vorgefunden. So waren unter anderem aus statischen Gründen Umplanungen notwendig.

Das ist allerdings nicht der einzige Punkt, der massiv zu Buche schlägt. Auch überraschende Entdeckung von Asbest in der Außenfassade der Schule war anfänglich nicht einkalkuliert. Die Zeitverzögerung hätte bares Geld gekostet – Termine mussten verschoben und Gerüste länger vorgehalten werden.

Bei dieser Gemengelage hätte ein Architekt schon mal früher Probleme und eine sich daraus ergebende Kostenmehrung erkennen können, so Bürgermeister Norbert Seidl (SPD). Er machte zudem ein Kommunikationsproblem seitens des Architekturbüros aus.

Ebenso deutlich wurde Stadtrat Michael Burkhart (FW). „Ein Privatmann, der baut, wäre bei so einem Verhalten ruiniert gewesen“, so Burkhart über das Büro. CSU-Fraktionssprecher Thomas Hofschuster zeigte für die Kostensteigerung in einem gewissen Rahmen Verständnis. Sein Bauchgefühl hätte ihm aber seit dem ersten Beschluss 2014 gesagt, dass das Vorhaben deutlich teurer werden wird. Damals war man noch von sieben Millionen Euro ausgegangen – diese Summe hat sich nun nach und nach verdoppelt. „Als Fachkundiger hätte ein Architekt erst recht auf ein Bauchgefühl hören müssen“, so Hofschuster. So seien Stadt und Stadtrat nun sehr kurzfristig vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Die Stadt hat im Haushalt nicht genug Mittel eingestellt und muss nun Gelder aus anderen Projekten transferieren. So werden nun unter anderem Haushaltsreste von 2017 für die Erneuerung eines Blockheizkraftwerkes an der Mittelschule und dem Neubau der Aussegnungshalle entnommen. Eine knappe Viertelmillion Euro wird von Brandschutzmaßnahmen für das Sportzentrum abgezweigt. (hk)

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