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Die Perspektivlosigkeit vieler Asylbewerber gilt als Problem.

Gespräch in Puchheim

Asyl-Expertin der Regierung rügt Fürstenfeldbrucks Ausländeramt

Dass das Landratsamt Fürstenfeldbruck Ausbildungs- und Arbeitserlaubnisse für noch nicht anerkannte Asylbewerber rigide einschränkt, ist jetzt quasi auch von der Staatsregierung bestätigt worden.

Puchheim –  Nach einem Treffen mit Asylhelfern in Puchheim zeigte sich die bayerische Integrationsbeauftragte Gudrun Brendel-Fischer (CSU) überrascht von der restriktiven Praxis hier im Landkreis. Im Falle eines Flüchtlings, der wegen zweiwöchiger Abwesenheit aus der Sammelunterkunft in der Siemensstraße geflogen war, war die CSU-Politikerin sogar schockiert, dass jemand in die Obdachlosigkeit abwandern müsse. Solch eine Verwaltungspraxis werde sie an den Minister herantragen.

Neue Anweisung aus dem Innenministerium

Die Haltung der Fürstenfeldbrucker Ausländerbehörde sei umso erstaunlicher, da es schon seit März eine Handlungsanweisung des Innenministeriums gebe. Demnach sollen Ausbildung und Arbeit auch bei eigentlich fehlender Bleibeperspektive ermöglicht werden, meinte die Landtagsabgeordnete. Als Entscheidungsgrundlage gilt jetzt die Integrationsbereitschaft der Flüchtlinge.

Wie ein Fall zeigte, den die Asylhelfer der Beauftragten vorstellten, scheint es aber auch da einen großen Ermessensspielraum zu geben. Ein junger Mann aus Westafrika, der in Deutschland Lesen und Schreiben gelernt sowie den Mittelschulabschluss gemacht hat, bekommt nach einem Praktikum ein Ausbildungsangebot bei einem großen Unternehmen. Arbeiten darf er aber nicht. Gegen die Erteilung der Beschäftigungserlaubnis spreche die bisher nicht geklärte Identität sowie die nicht nachgewiesenen Integrationsbemühungen, erklärte das Landratsamt noch im vergangenen Monat. In ihrer oberfränkischen Heimat würden drei Viertel solcher Anträge genehmigt, schätzte Brendel-Fischer.

Ausgedünnte Sozialberatung

Ein weiteres von mehreren Asylhelfern angesprochenes Themen war die ausgedünnte Sozialberatung für die 186 Menschen in der Asylbewerber-Unterkunft. Mehr professionelle Hilfe aus einem bayernweiten Pool von Fachkräften wäre durchaus möglich, müsste aber vom Landkreis beantragt werden. Der hatte eine solche Anregung schon einmal abgelehnt und prüft jetzt seit einiger Zeit einen neuerlichen Vorschlag der Stadt Puchheim. Diese würde sich an der Finanzierung auch beteiligen.

Die Stadtverwaltung hatte auch das Treffen von Asylhelferkreis und Integrationsbeauftragter vermittelt, nach dem beide Seiten voll des Lobes waren. Die Puchheimer Asylhelfer zeigten sich überrascht von mancher Übereinstimmung in den Ansichten beider Seiten. Gudrun Brendel-Fischer dankte für das großartige Engagement von 120 Puchheimern, die überdies offenbar „sehr strukturiert, sehr professionell arbeiten“. Und dass diese auch Realitätssinn zeigen, weil sie nicht jeden Flüchtling hierbehalten wollen.

Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) schließlich würdigte die ganz andere Tonlage, in der die Beauftragte über Zuwanderung und Integration rede. Man könne nur hoffen, dass bei diesem Thema auch die gesamte bayrische Staatsregierung zukünftig in ein anderes Fahrwasser gelange. (op)

Weil ein inzwischen dreifacher, verheirateter Familienvater bei der Beantragung seines Asylantrags gelogen hatte, droht der Familie die Zwangstrennung.

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