Puchheim

Auf fünf Straßen haben Radler nun Vorrang

Puchheim ist im Radlfieber: Das hat die Stadt regelmäßig während der Klimaschutz-Aktion „Stadtradeln“ kundgetan. Nun wird dies auch im Verkehrsnetz deutlich: Fünf Verbindungswege werden zu Fahrradstraßen. Das überzeugt nicht alle.

Puchheim – Künftig haben in der ohnehin für den regulären Kfz-Verkehr gesperrten Alten Bahnhofstraße sowie dem gleichfalls eigentlich autolosen (Oberen) Laurenzerweg die Radler absolute Priorität. Hier ist wie bisher nur der landwirtschaftliche Verkehr zugelassen. Für das Fahrrad und auch den Anliegerverkehr reserviert sind künftig Sandberg- und Zugspitzstraße.

Fahrradstraße mit mit knapper Mehrheit

Während die Umwidmung dieser vier Straßen einstimmig oder mit großer Mehrheit vom Planungsausschuss beschlossen wurde, fand die Buchenstraße nur eine knappe Mehrheit. Auch hier haben die Anlieger weiterhin Zufahrt. Abgelehnt wurde die Aufnahme der Straße Am Mühlstetter Graben, den nur die Unabhängigen Bürger Puchheims (ubp) als Fahrradstraße haben wollten. Die Bäumlstraße, in der nicht genug Radler gezählt wurden, war bereits vorher ausgeschieden. In der Bürgermeister-Ertl-Straße dagegen sind zwar ausreichend Radfahrer unterwegs, dort gibt es aber auch Busse, motorisierten Bring- und Holverkehr zu den Schulen und mehrere öffentliche Kfz-Parkplätze. Auch diese meistfrequentierte der diskutierten Straßen fiel aus dem Katalog.

Man kann eine Fahrradstraße auch wieder zurück nehmen

Die zunächst nur kleine Auswahl von Fahrradstraßen störte vor allem Jean-Marie Leone von der SPD. Auf praktisch sowieso autolosen Verbindungen wie der Alten Bahnhofstraße sei der „Lerneffekt“ für den motorisierten Verkehr gering. „Ein bissl Mut brauchen wir schon“,s meinte Leone, zumal man ja Ausweisungen, die sich als wenig sinnvoll herausstellten, auch wieder zurücknehmen könne.

So eine Neueinführung brauche eine gewisse Akzeptanz, fand dagegen Parteifreund und Bürgermeister Norbert Seidl: „Ich würde schrittweise vorgehen und zeigen, dass so etwas nicht den Untergang des Kfz-Verkehrs bedeutet.“

Ausweisung als Fahrradstraße mit Zukunftswirkung

Umstritten war vor allem die Buchenstraße. Zwar habe eine Ausweisung als Fahrradstraße auch „Zukunftswirkung“, meinte Martin Lehner vom Ordnungsamt. Sprich: Die Radler kommen schon, wenn sie weitgehend unter sich sind. Andererseits sei fraglich, ob es in der Buchenstraße tatsächlich einen nennenswerten Anteil von Zweirad-Fahrern gebe. Der ÖPNV arbeite auch angebotsorientiert, widersprach Reinhold Koch (ubp): Warum also sollte man nicht auch das Fahrradfahren attraktiver machen, zumal auf einer jetzt schon von Kindern und Senioren genutzten Ausweichroute zur Lochhauser Straße.

Freigabe für motorisierte Zweiräder

Thomas Hofschuster (CSU) zeigte sich wenig begeistert von den neuen Radlrouten. Für Radler etwas attraktivere Teilstücke hingen „in der Luft“, es fehle an wirklichen Wegeverbindungen. Er empfahl außerdem, die Alte Bahnhofstraße zur Freizeitnutzung freizugeben, also auch beispielsweise Inline-Skatern das Fahren in Schlangenlinien zu gestatten.

Außerdem wünschte er sich die Freigabe für kleine motorisierte Zweiräder. Es sei sinnvoller, mit dem Moped den direkten Weg nach und von Puchheim-Ort zu nehmen „als mit dem SUV über den Kreisel zu fahren“. Zumindest Mofas sollen nach dem Willen des Ausschusses nun teilweise freie Fahrt genießen. (Olf Paschen)

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Für Aufsehen sorgte in Puchheim ein Busfahrer. Er legte eine ungewöhnliche Sonderfahrt ein. 

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