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Er nennt es Lebendinstallation: Künstler Georg Johannes Miller und sein Puchheimer Sonnenacker.

Lebendinstallation

Außergewöhnliches Projekt auf dem Sonnenacker

Mit Pflanzen ein Statement setzen. Auf dem Sonnenacker in Puchheim zeigt ein Künstler sein ganz besonderes Werk. Er verfolgt damit auch eine politische Botschaft.

Puchheim – Viele Sorten von Gemüse zieren den Sonnenacker am Gröbenbach: Salate, Broccoli, Zucchini, Lauch, Kohlrabi oder auch Wirsing. Es handelt sich aber nicht um ein gewöhnliches Beet. Dahinter steckt eine Installation des Künstlers Georg Johannes Miller, der sich GEJOMI nennt. Er gab seinem Werk den Titel: „Demokratie auf dem Acker – Was man von der Natur lernen kann“. Miller will damit auch diese Botschaft vermitteln: „Wir haben den Auftrag, mit dieser Schöpfung richtig umzugehen, das soll jeder wissen“.

Seit fünf Jahren bewirtschaftet der gelernte Landwirt nun den Sonnenacker in Puchheim-Ort. Ende April pflanzte er rund 700 Gewächse an. Miller wählte dafür eine unübliche Platzierungsform. Dabei stellte er fest: „Pflanzen unterschiedlichster Art vertragen sich auf kleinstem Raum“. Der 66-Jährige mischte alles bunt. Er ist sich sicher: „Jede Pflanze hat ihre eigene Seele und respektiert jegliche Art von Nachbarn“.

Miller sagt, dass er fasziniert sei von der Symbiose, die die unterschiedlichen Pflanzen eingehen. Sie würden sich sogar aneinander erfreuen. Und: „Sie wollen keinem ihre Meinung aufdrängen.“ Auf dem Acker könne man sehen, wie sie sich ergänzen und tolerieren. „Kann eine Pflanze ihrem Entfaltungswunsch nicht nachkommen, berühren sich sogar die Blätter, werden diese aufgegeben und an einer Stelle nachwachsen, wo mehr Platz ist.“ Das würde eine harmonische Demokratie widerspiegeln.

Den Menschen sollte das dazu bewegen, über seine persönlichen Machtansprüche in seinem Umfeld nachzudenken. Wer sich nicht wohlfühlt in einer bunten Welt wie Millers Gemüsebeet, der müsste einen Umzug in Erwägung ziehen.

Der 66-Jährige berichtet, dass der selbst viel von der Natur gelernt habe. 2011 hatte er ein Burnout, seine Umgebung half ihm. Er verzichtet auf technische Mittel wie Auto, Fernseher oder Handy. Lediglich einen PC nennt er noch sein Eigen, um seine Kunst auch online anbieten zu können. Einen kleinen Helfer hat Miller außerdem. Regelmäßig kommt sein fünfjähriger Enkelsohn Jonas auf den Acker.

Christoph Unland

Infos über das Projekt:

Wer mehr über das Projekt erfahren will, hat am kommenden Samstag, 15. September, Gelegenheit dazu. Von 13 bis 14 Uhr wird der Künstler Interessierten die Installation erklären und näher bringen.

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