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Rasanter Erfolg: die Punkband Kalapi mit Andé Island, Ray, Rogga und Chris.

Auftritte in ganz Deutschland

Puchheimer Punkband startet durch

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Sie spielen in Köln, Essen, Stuttgart oder München: Die Punkband Kalapi ist auf Deutschlands Bühnen zuhause. Das Quartett wurde von zwei Puchheimern gegründet.

Puchheim – Normalerweise spielen die vier Musiker als Vorband von Szenegrößen wie Slime, Dritte Wahl oder Normahl. Doch unlängst hatten sie einen nicht ganz alltäglichen Auftritt: beim Football der Fursty Razorbacks im Brucker Ländestadion. Vor und nach dem Spiel sowie in der Halbzeitpause heizte das Quartett dem Publikum ein.

Es war eine der ganz seltenen Möglichkeiten, Kalapi mal in ihrem Heimatlandkreis zu sehen. Denn der biblische Spruch vom Propheten, der im eigenen Lande nichts gilt, könnte für die Band erfunden worden sein. Es mangelt einfach an Auftrittsmöglichkeiten, wie der aus Germering stammende Schlagzeuger Ray sagt. „Es gibt halt den Schlachthof.“ Ansonsten sei die Punkszene in Bruck eher nicht so sehr vertreten, ergänzt Bassist Andé Island. Er ist der Einzige, der nicht das Autokennzeichen FFB hat. Andé Island kommt aus dem Nachbarlandkreis Dachau.

2013 hoben zwei Puchheimer die Band aus der Taufe

Gegründet wurde Kalapi von Sänger und Gitarrist Rogga sowie dem ebenfalls den sechs Saiten der E-Gitarre zugetanen Chris – beide aus Puchheim. Im Jahr 2013 gingen sie an den Start, nicht um nur Musik zu machen, sondern um Musik zu leben, wie sie selbst auf ihrer Homepage schreiben. Schlagzeuger Ray war seinerzeit auf der Suche nach einer Band und kannte auch noch Andé Island. Und schon war das Quartett aus Mitt-Dreißigern komplett.

Der Erfolg der Band nahm eine rasante Entwicklung. 2015 veröffentlichte Kalapi das erste Album „Schachmatt“. Die Mischung aus geradlinigem Punkrock, der zur Party auf und vor der Bühne einlädt, nachdenklichen und gesellschaftskritischen Texten sowie tragischen Balladen – musikalisch irgendwo zwischen den Broilers und Offspring angesiedelt – kam in der Szene gut an.

2017 erschien bereits das zweite Album

Mitterweile hat Kalapi jede Menge Konzerterfahrung und schon zwei weitere Platten am Start: 2017 erschien das zweite Album „Zwischen Pathos und Plattitüde“, ein Jahr später die vier Songs umfassende EP „Sichtweisen“. Und damit ist das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht. „Wir waren bereits wieder im Studio“, berichtet Island. Das neue Album soll Anfang nächsten Jahres erscheinen und acht bis zehn Lieder umfassen. „Wir sind noch an der Songauswahl“, sagt der Bassist.

Die Musiker vertreiben ihre Platten selbst – in Zeiten von Streaming-Plattformen wie Spotify oder Amazon Music kein Problem mehr. „Das Album wird es auf allen gängigen Plattformen geben“, sagt Island. Ob sich dann auch wieder eine Möglichkeit auftut, die Lieder im Heimatlandkreis zu präsentieren, muss sich zeigen.

Heim-Auftritt beim Spiel der Fursty-Razorbacks

Der Auftritt bei den Razorbacks war eher zufällig: Gitarrist Chris hat einen Arbeitskollegen aus dem Umfeld der TuS-Footballer, der vermittelt hat. Die Musiker genossen es sichtlich, in ihrer Heimat aufzutreten. „Es ist cool, und das Wetter passt auch“, sagte Andé Island am Rande des Konzerts. Ray ergänzt: „Und auch das Publikum ist sehr offen“. Das beweise auch der Applaus der über 800 Menschen im Ländestadion.

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